Worringer Platz: Stadt will Unterführung neu beleben

Stadtentwicklung : Worringer Platz: Stadt will Unterführung neu beleben

OB Thomas Geisel bringt auf der Messe Expo Real einen Club ins Spiel. Mit weniger Auflagen ließe sich auch eine Galerie einrichten. Stadt arbeitet an Machbarkeitsstudie.

Die stillgelegte Unterführung des Worringer Platzes soll wieder geöffnet und neu genutzt werden. Das kündigte Oberbürgermeister Thomas Geisel am Dienstag bei seiner Präsentation auf der Immobilien-Messe Expo Real in München an. Als konkrete Idee nannte Geisel einen Club. Lärm sei bei solchen Projekten zwar immer ein sensibles Thema, „aber unter einer belebten Straßenkreuzung stört der wahrscheinlich am wenigsten.“

Auch andere Nutzungen sind denkbar. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke kann sich auf Nachfrage unserer Redaktion zum Beispiel eine Galerie vorstellen. Sie hätte den Vorteil, dass Brandschutzauflagen für zusätzliche Ausgänge und Rettungswege geringer wären. Auch eine Nutzung, die die oberirdische Fläche an einem neuen Eingang miteinbezöge, bringt Zuschke ins Spiel.

Planungsdezernentin geht von einer Millionen-Investition aus

Seit einem halben Jahr arbeiten Tiefbau-Experten an einer Machbarkeitsstudie. Zuschke hofft, dass bis Ende des Jahres Ergebnisse vorliegen. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir eine Lösung finden.“

Vor allem, weil immer wieder der Wunsch an die Stadt herangetragen werde, die Graffiti-Kunst im Tunnel zugänglich zu machen. Zuschke traf sich zudem mehrfach mit möglichen Nutzern der Räume, die großes Interesse gezeigt hätten. „Mit der Machbarkeitsstudie wollen wir denen dann klare Rahmenbedingungen vorlegen können und auch neu auf Partnersuche gehen.“ Klar sei aber, dass es sich beim Umbau um eine Millionen-Investition handeln werde. Heute verlaufen etwa die Kabel für die Verkehrstechnik offen unter der Decke. Treppen und Zugänge müssten wieder hergestellt werden.

Die Unterführung war 1994 geschlossen worden, weil sie sich zunehmend zu einem Angstraum und Rückzugsort der Drogenszene entwickelt hatte. Kurz bevor die Stadt die Rolltreppen entfernte, die Stufen abbrach und die Zugänge abdeckte, durften sich dort Graffiti-Künstler aus Düsseldorf, der Region und sogar Paris verewigen. Von einem „einzigartigen künstlerischen Biotop“ sprach Geisel am Dienstag.

Nur selten ist es bei Führungen zugänglich, über eine verborgene Leiter an der Ecke Karlstraße/Kölner Straße. Die Stadt bot Anfang des Jahres im Rathaus zudem die Möglichkeit, mit einer Virtual-Reality-Brille die Räume zu sehen.

Zum Hintergrund: Die Stadttochter Düsseldorf Marketing GmbH hatte vor anderthalb Jahren Street-Art als touristischen Faktor entdeckt, den sie besser vermarkten will. Geschäftsführer Frank Schrader sprach damals davon, dass die Stadt zu oft als langweilig wahrgenommen werde und über die Straßenkunst ihre Ecken und Kanten gestärkt werden sollten.

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