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Düsseldorf: Wohin mit den alten Computern?

Düsseldorf : Wohin mit den alten Computern?

Die Awista nimmt kostenlos IT-Geräte an. Ein Verein repariert sie, löscht die Daten und bringt sie zu Kindern auf der ganzen Welt.

Düsseldorf. In den Düsseldorfer Privathaushalten liegen rund 180 000 alte, ausgediente Laptops, Tablets oder E-Books herum. Mindestens. Das hat Ralf Hamm hochgerechnet. Er ist der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Labdoo.org. Seit fünf Jahren sammelt der Verein bundesweit diese alten IT-Geräte. Löscht deren Daten und stellt die wieder fit gemachten Computer armen Kindern und Jugendlichen in aller Welt zur Verfügung.

Seit sechs Wochen hat der Verein mit der Awista einen großen Partner in Düsseldorf. Die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung nimmt auf ihrem Recyclinghof in Flingern die alten Geräte, Mäuse, Tastaturen und Kabel an. Entweder wandern sie dann in die Container für Elektroschrott. Wer mag, spendet sein altes Schätzchen (ab Herstellungsjahr 2003) aber auch an Labdoo.org.

53 Geräte sind so seit Anfang Dezember wiederverwertet worden. Eine Abfallvermeidung, die Awista-Geschäftsführer Peter Ehler unterstützen möchte. Deshalb erklärte er am Freitag bei einer ersten Bilanz: „Wir setzen das Projekt mit Labdoo.org unbefristet fort.“

Die alten Geräte kann man in der Elektroschrott-Annahme auf dem Recyclinghof am Flinger Broich abgeben. Hier nimmt sie Joachim Güde von der Awista entgegen und informiert die Verbraucher über das Projekt. Viele freuen sich, dass sie mit dem alten Computer noch etwas Gutes tun können. Und Ralf Hamm bescheinigt den ausgedienten Sachen der Düsseldorfer eine sehr gute Qualität. Ehrenamtler seines Vereins löschen dann die Daten der Geräte, indem sie die Festplatten überschreiben. „Das kann bis zu drei Stunden dauern“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Danach werden die Geräte aufgearbeitet, mit dem Betriebssystem Linux und mit einer kindgerechten Lern-Software versehen. Schließlich sind die Computer für arme Kinder und Jugendlichen in Schulen, Waisenhäusern und Flüchtlingsheimen in Deutschland und auf der ganzen Welt bestimmt.

„Wir unterstützen mittlerweile 800 Projekte und damit rund 218 000 Kinder“, sagt Ralf Hamm. Ob nach Rumänien, Indien oder in die Ukraine — der Transport ist ebenfalls pragmatisch gelöst: Der Verein gibt die Geräte so genannten Paten mit, die sowieso in diese Länder in Urlaub oder geschäftlich reisen. Auf diesem Wege kommen dann auch wieder defekte Geräte nach Deutschland zurück. 20 Prozent der Computer werden an deutsche Einrichtungen vergeben.

Rund 200 Helfer hat der Verein bundesweit bisher, in Düsseldorf gibt es neben der Awista noch zwei weitere Annahmestellen.

Das Abfallwirtschaftsunternehmen möchte mit Hilfe der Aktion seine Quote bei der Elektroschrott-Sammlung erhöhen. „Zurzeit sammeln wir rund ein halbes Kilo Elektroschrott pro Düsseldorfer, unser Ziel sind jedoch vier Kilo“, sagt Awista-Geschäftsführer Peter Ehler.

Dazu überlege das Unternehmen zurzeit, Container für die defekten Elektrogeräte aufzustellen. Möglich seien zunächst zehn im gesamten Stadtgebiet. Allerdings müsse das Problem der Lithium-Ionen-Akkus in den Smartphones und Notebooks gelöst werden, da diese explodieren und in Brand geraten können.

Doch auch wenn die Container für Mixer, Fön und Smartphone aufgestellt werden, bleiben dennoch genügend Spenden für Labdoo.org übrig. Bundesweit, so schätzt der Verein, werden etwa 22 Millionen ausgemusterte Geräte gehortet.