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Wo man die Zahl 42 überall in Düsseldorf findet - auch am Rheinufer

Stadt-Teilchen : Die 42 ist überall – auch an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade

42 ist ja seit „Per Anhalter durch die Galaxis“ die Antwort auf alles in diesem Universum. Unser Autor kann das bestätigen – er fand die 42 überall bei einem Spaziergang am Rhein.

Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem sonst lautet 42. Das wissen die Menschen, seit sie Ende der Siebziger Jahre in „Per Anhalter durch die Galaxis“ nachlesen konnten, was ein Supercomputer in 7,5 Millionen Jahren Rechenzeit ermittelt hatte. Niemand konnte mit der Antwort 42 etwas anfangen, und der Computer entschuldigte sich in dem Buch mit dem Einwand, die Frage sei nicht genau genug gestellt worden. Trotzdem geistert die 42 seitdem durch die Welt und wird immer wieder dann zitiert, wenn Probleme undurchdringlich erscheinen, wenn sich Umstände nicht so leicht klären lassen. Warum ist beim Fahrradfahren immer Gegenwind? 42. Warum fällt das Wurstbrot immer mit der Wurst zuerst auf den Boden? 42. Warum sind Wale so dick, wo doch schwimmen schlank machen soll? 42.

Ich musste daran denken, als ich zum Jahresbeginn am Mannesmannufer entlang wandelte und mir große Dinge durch den Kopf gingen. Ich musste mich arg konzentrieren und komplexe Materie in Zusammenhang setzen. Ich weiß nicht mehr genau, worum es ging, aber es war sehr wahrscheinlich etwas Hochphilosophisches, oder es ging um die anstehende Steuererklärung. Die Dinge des Lebens, des Universums halt.

Ich trug dabei eine Mütze, was meinem allgemeinen Wohlbefinden guttat, weil es mein Rechenzentrum auf Betriebstemperatur hielt und wohl auch verhinderte, dass meine Gedanken in Form von dampfschwadigen Hitzeausdünstungen über meiner Glatze sichtbar wurden. Leicht hätte man mich sonst mit einem Wasserkocher verwechseln können, was die Passanten sicherlich nachhaltig irritiert hätte, denn allgemein ist man als Düsseldorfer nicht daran gewöhnt, Wasserkochern beim Spaziergang am Mannesmannufer zu begegnen.

WZ-Kolumnist Hans Hoff. Foto: NN

Wie ich also da so ging und dachte und köchelte, musste ich plötzlich an die 42 und all ihre Verbindungen denken. Wurden nicht schon im Alten Testament 42 Kinder von Bären zerrissen, weil sie den Propheten Elischa wegen seiner Glatze verspottet hatten? War es nicht Schillers Maria Stuart, die sich dem Gericht der 42 unterwerfen musste? Würde es möglicherweise reichen, einfach 42 zu sagen, und dann wäre der Weltfrieden hergestellt oder wenigstens meine Steuererklärung erledigt? Was, wenn die Antwort so einfach wäre?

Ich dachte angestrengt nach, und das Wasserkocherhafte meiner Erscheinung mag sich in diesem Augenblick noch ein wenig verstärkt haben, als ich einen Blick in meine unmittelbare Umgebung warf und mich plötzlich umzingelt sah. Von Zahlen. Zahlen überall. Am Mannesmannufer. Überall Zahlen. Aber nirgends war eine 42 zu sehen. Wäre auch zu einfach gewesen.

Zuerst fiel mir die 744 ins Auge, die Rheinkilometerangabe auf der Oberkasseler Rheinseite, dann sah ich die 20, die den Geburtstag des Apollo-Varietés markierte. An einem Toilettenhäuschen erblickte ich die 30, was den Cent-Betrag mitteilte, mit dem man Einlass zur Erleichterungsstätte erlangen kann. Auf einer Außenwand sah ich dann noch die 11, die für jene Minutendistanz steht, nach der sich wieder ein Single verliebt. In was auch immer.

Aber damit nicht genug. Weil es schon sehr dämmerte, waren viele Fenster bereits illuminiert, und im Mannesmannhochhaus bildeten just diese erleuchteten Ausblicke nach meinem Ermessen eine 3. Dazu entdeckte ich noch Nummern an den eiförmigen Beleuchtungskörpern entlang der Promenade. 152 stand da, und dann war 148 zu lesen und dann 144 und so weiter.

Ich schaute in meiner Verwirrung runter zum Fluss und ward auf einem Eisenpfeiler am Ufer einer 30 gewahr. Wieder die 30. Eine Botschaft? Eine Antwort auf meine großen philosophischen Fragen? Aber warum dann nicht die 42?

Es dauerte eine Weile, aber dann kam ich drauf. Man musste nur die 20 vom Apollo und die nun schon doppelt vorhandene 30 einmal addieren. Von der sich ergebenden Zahl 50 subtrahiert man jene 11, die mir von der Toilettenaußenwerbung angezeigt wurde. Macht 39. Und wenn man zu 39 dann wieder die 3 addiert, die mir die erleuchteten Fenster im Mannesmannhochhaus anzeigten, was ist dann das Ergebnis? Bääääm! Tataaaaa! Rummsbumms! 42!

Damit nicht genug. Just in diesem Augenblick schaute ich auf den Rheinturm und seine wunderbare Digitaluhr. Die liebe ich besonders, weil sie mir in jungen Jahren so oft so feine Dienste geleistet hat. Wie oft bin ich mit jungen Damen am Rhein entlang geschlendert und habe sie dann in Schlaumeiermanier raten lassen, welche Zeit sich aus dem leuchtenden Pünktchen wohl gerade ergibt. Das Ergebnis war mir immer wurscht, mir ging es um die Pause, das Innehalten, das jeweils entstand. In diesen Pausen konnte viel geschehen. In diesen Pausen ist viel geschehen.

Nun aber war ich alleine am Rheinufer und schaute hinauf zur Turmuhr. Auf einmal waren alle meine sentimentalen Erinnerungen fortgeweht, denn ich, der ich gerade die 42 als finale Antwort erhalten hatte, sah in just jener Sekunde genau zehn weiße Lämpchen leuchten. Eins für die Zehnerstunden, acht für die Einzelstunden und eins für die Zehnerminuten. Es war demnach 18.10 Uhr. Sofort addierte ich wieder. Erst die 18, dann die 10, und dann nahm ich noch die 11 von der Partnerschaftswerbung dazu. Die Summe 39 leuchtete im Raum und vermählte sich abermals mit der leuchtenden 3 vom Mannesmannhochhaus. Das Ergebnis? Bääääm! Tataaaaa! Rummsbumms! Wieder 42!

Ich musste gar nicht mehr von meinem aktuellen Alter die 11 und die 10 von der Digitaluhr abziehen, um erneut auf 42 zu kommen. Ich merkte sofort, dass ich Teil von etwas ganz Großem bin, wenn die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem sonst so klar vor mir steht.
Ich beschloss, die Erkenntnis zu feiern und lenkte meine Schritte in die Altstadt. Ich kehrte in meine Lieblingsschänke ein und bestellte zur Förderung meiner Gedankenverdauung einen Killepitsch.
Als der Wirt meines Vertrauens mein Glas üppig verfüllte, erblickte ich die Prozentzahl, die den Alkoholgehalt der Flasche deklariert. Was stand da wohl? Richtig. 42. Muss ich mehr sagen?