Wo man die Mondfinsternis in Düsseldorf schauen kann

Wo man die Mondfinsternis in Düsseldorf schauen kann

Den Blutmond am Freitagabend sollte man am besten mit einem Picknick verbinden — fünf Orte, die sich dazu eignen.

Düsseldorf. Die letzte totale Mondfinsternis gab es über Europa im Herbst 2015. Dafür mussten Astronomie-Fans aber noch früh aufstehen — erst gegen vier Uhr morgens war der Blutmond zu sehen. Diesmal ist ein Public-Mond-Viewing einfacher zu organisieren. Denn das etwa vierstündige Phänomen beginnt schon mit Sonnenuntergang.

Wenn der Mond heute aufgeht, wird er schon verfinstert sein. Denn der Schatten der Erde schiebt sich schon vor den Mond, bevor er in unseren Breitengraden zu sehen ist. Je weiter Richtung Osten man sich bewegt, desto früher wird auch etwas zu sehen sein. Innerhalb von Deutschland ist der zeitliche Unterschied aber nur klein — in Berlin etwa geht es nur etwa eine Minute früher los.

(Die totale Mondfinsternis im Juli wird die längste des gesamten 21. Jahrhunderts sein: Der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Foto: Sven Hoppe)

Gegen 21.18 Uhr sollte man sich bereit machen. „Am besten geeignet ist eine Stelle, wo man freie Sicht hat“, sagt Anna Major, Dozentin im Planetarium Erkrath. Wichtig ist hierbei: Nicht die Sicht zum Himmel sondern die zum Horizont ist entscheidend. Da sollten keine Bäume oder Gebäude im Weg stehen.

„Das Dach eines Hochhauses oder eine große Wiese bieten sich an“, sagt Major. Wichtig ist dabei auch die Blickrichtung. Die Sicht sollte in Richtung Südosten frei sein. Denn dort wird der verdunkelte Mond zu sehen sein. Für Düsseldorf bedeutet das: Freie Sicht Richtung Hilden — in etwa.

Unsere fünf Empfehlungen, wo sich ein Picknick im roten Mondschein besonders eignen sollte:

Oberkasseler Rheinwiesen Die Rheinwiesen in Oberkassel liegen geografisch denkbar günstig. Denn wenn man von dort den Blick auf den Rhein richtet, geht der fast automatisch in Richtung Südosten. Auch südlich der Rheinkniebrücke gibt es reichlich Platz zum Sitzen, außerdem rückt dann als malerische Kulisse auch noch der Medienhafen ins Blickfeld.

Tonhalle Die Terrasse rund um die Tonhalle eignet sich aus mehreren Gründen für die Blutmond-Betrachtung: Zum einen gibt es dort Gastronomie, was zumindest die Getränkeversorgung schon mal sicherstellt. Außerdem gibt es dort Liegestühle, die entweder an der südlichen West- oder Ostseite der Terrasse aufgestellt werden können — beides sollte den Blick nach Südosten erlauben.

Ballonwiese Volksgarten Düsseldorf ist eine relativ dicht besiedelte Großstadt. Mit dem Volksgarten und dem Südpark gibt es aber in der erweiterten Innenstadt eine große Grünfläche. Die größte Wiese auf dem Areal ist die Ballonwiese nahe der Mitsubishi Electric Halle. Von dort aus geht der Blick nach Südosten über die Düssel in Richtung Wersten.

Anleger Urdenbach Wen es weiter hinaus aus der Stadt in die Natur zieht, der könnte es sich am Anleger der Rheinfähre zwischen Urdenbach und Zons im äußersten Süden der Stadt gemütlich machen. Der Anleger bietet genügend Platz für Picknickdecken und auf dem Asphalt lässt sich auch gefahrlos die eine oder andere Kerze entzünden — was für die trockenen Wiesen in der Stadt nicht gelten kann.

Gerresheimer „Düssel-Auen“ Noch mehr Natur kriegt geboten, wer sich ins Gerresheim-Erkrather Grenzgebiet zu einem schönen Wald- und Wiesenspaziergang begibt. Von der Glashüttenstraße zweigt der Gödinghover Weg ins Grüne ab, dort kann man auch parken. Dann spaziert man leicht bergan einen Weg zunächst durch etwas Wald und dann auf eine große Lichtung, auf der man eine fantastische Fernsicht gen Süden und Osten genießen kann, die bis zum Kölner Dom reicht.

Man sollte bei der Wahl seinen Plätzchens darauf achten, dass im Sichtfeld keine störenden Lichtquellen sind. Ein wenig Licht ist erlaubt — eine romantische Kerze auf der Picknickdecke der Mondbeobachter ist kein Problem (wenn es denn gefahrlos möglich ist), eine Straßenlaterne zwischen Sitzplatz und Mond dagegen schon.

Grundsätzlich kann man die Mondfinsternis — vorausgesetzt die Sicht ist frei — gut mit bloßem Auge erkennen. Trotzdem: Ein Fernglas oder Teleskop macht sie besser sichtbar. „Der Mond ist ja eigentlich groß genug, um ihn gut sehen zu können. Das ändert sich auch durch die Finsternis nicht“, sagt Major.

Wenn der Mond dann aufgegangen ist, beginnt die totale Mondfinsternis. Der volle Blutmond ist dann etwa um 22.22 Uhr zu sehen. Dann ist der Mond am stärksten verdunkelt, dem Erd-Kernschatten also am nächsten. Wer das beobachten will, muss sich aber nicht beeilen. Erst gegen 23.13 endet die totale Mondfinsternis. Um etwa 1.30 Uhr ist dann alles vorbei, der Mond wieder wie gewöhnlich am Himmel zu sehen.

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