Wo Kinder glücklich gemacht werden

Wo Kinder glücklich gemacht werden

Im Kaufhof an der Königsallee werden rund 500 Steiff-Tiere unter dem Motto „Circus Roncalli“ ausgestellt.

Ein Bär zaubert einen Hasen aus dem Hut. Immer wieder geht der kleine Stoff-Arm auf und ab. In den fünf Schaufenstern von Kaufhof an der Königsalle bewegt sich fast alles. Unter dem Motto „Circus Roncalli“ werden hier zur Weihnachtszeit die Produkte von Steiff beworben — und Kinder glücklich gemacht.

Motoren erwecken die Stofftiere zum Leben. Wie der Affe, der auf einem Zirkus-Wagen sitzt. Mit einer Angel klaut er den Hut vom Kopf eines anderen Affens. „Der gefällt mir am besten“, sagt Oskar und zeigt auf das Hut klauende Stofftier. Der Fünfjährige steht mit seiner Schwester Ronja und seinen Eltern am Glas. „Der Affe, der die Giraffe sauber macht, ist witzig“, sagt Ronja (3), während sie auf den Schultern ihres Vaters sitzt.

„Wir kommen jedes Jahr hier her“, sagt Mutter Sabine Schreiber. Nachdem sie den Weihnachtsmarkt besucht hatten, war klar, dass sie beim Kaufhof vorbei gehen. Sie kennt die Stofftiere von Steiff noch aus ihrer Kindheit. Ein 40-jähriges Steiff-Stofftier habe sie selbst noch zu Hause. Gerade erst habe sie es restaurieren lassen.

Auch den Kindern hat sie Steiff-Katzen gekauft. Seit rund 25 Jahren stellt die Firma Steiff ihre Stofftiere im Düsseldorfer Kaufhof an der Königsallee aus. Die Aufmerksamkeit vieler Kinder mit ihren Eltern hat die Firma damit jedenfalls gewonnen. Am vollen Samstagnachmittag bleiben sie vor dem Schaufenster stehen und bestaunen die rund 500 Steiff-Tiere.

Ein Jahr im Voraus beginne laut Kaufhof die Planung. Jedes Jahr wechselt das Thema. Die Dekoration starte eine Woche vor Eröffnung. Fünf Mitarbeiter seien während der Aufbauphase täglich acht Stunden im Einsatz. „Ich finde es jedes Jahr interessant“, sagt Mona Herold (9). Mit ihrer Schwester steht sie am Fenster und bestaunt die Stofftiere. Ihr gefällt, dass sich überall etwas bewegt. Außerdem sei das Thema immer wieder abwechslungsreich. Bevor es mit der Familie zum Weihnachtsmarkt geht, kommen sie hier vorbei. „Man kann hier immer wieder etwas entdecken“, sagt auch Vater Christoph Herold. Hier und da gehe eine Kiste auf oder man bemerke ein Detail.

Ronja (3), die mit ihrem Vater das Schaufenster bestaunt

Die Familie ist nur zum Schauen hier. Der Kauf eines Steiff-Stofftiers ist jedenfalls nicht geplant. Manche Besucher kommen spontan vorbei, manche gehen gezielt zum Fenster. Mit Eröffnung der Weihnachtsmärkte und dem Beginn der Weihnachtseinkäufe drängen sich viele Menschen durch die Straßen. Manche von ihnen werden durch die Traube von Besuchern vor dem Fenster angelockt. Jan Ferarri, der mit seinen Kindern ohnehin in der Stadt war, ging nicht gezielt zu den Schaufenstern.

„Ich kenne die Fenster auch noch aus meiner Kindheit“, sagt er. Deshalb sei die Familie spontan hier vorbei gekommen.

Sein Sohn begeistert sich für den Tiger. Das Steiff-Tier sitzt in einem der Zirkuswagen und schaut die Besucher aus dem Schaufenster an. Dort wird der Tiger, genauso wie die Affen und alle weiteren Tiere, noch bis zum zweiten Januar sitzen. Dann kommen sie in ihr Sommerquartier: Der Kaufhof schickt die Ausstellungsstücke zurück an die Firma Steiff.

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