Düsseldorf: Wirtschaftshof von Schloss Eller wird endlich entkernt

Düsseldorf: Wirtschaftshof von Schloss Eller wird endlich entkernt

Der neue Investor Rolf Heitmann ist in den Erbbaurechtsvertrag der IDR eingetreten und will die desolaten Gebäude sanieren.

Düsseldorf. Die Kulisse von Schloss Eller gehört zum Schönsten, was Düsseldorf zu bieten hat. Hier ist nach allen Richtlinien des Denkmalschutzes saniert und wiederhergestellt worden, so dass das ehemalige Herrenhaus viel prächtiger erscheint als je zuvor. Die Nebengebäude allerdings gammelten vor sich hin. Bis der neue Investor Rolf Heitmann kam. Nun plötzlich kommt Leben auch in den verschimmelten, feuchten und heruntergekommenen Wirtschaftshof. Gerade wird das Innere der völlig desolaten Gebäude entkernt.

Mit diesem einstigen Wirtschaftshof des Schlosses, einst Stallungen, Remisen und Maschinenräumen, später Mietwohnungen, konnte man keinen Staat mehr machen. Die Geldgeber sprangen reihenweise ab. Die Fassaden gaukelten zwar eine märchenhafte Atmosphäre vor, aber das war wirklich nur Fassade. Nun aber wird auf Geheiß des neuen Eigentümers gebohrt, gehämmert und eingerissen.

„Zwei Jahre war ich im Gespräch mit der Stadt und der IDR. Es war eine präzise und freundliche Atmosphäre. Die Verträge mit dem bisherigen Erbbauberechtigten IDR und mir sind beurkundet. Die Sanierungsarbeiten haben begonnen“, sagt Heitmann.

Er hatte von Anfang an gute Karten, denn er hatte zuvor das ehemalige Kloster Trills der Dominikanerinnen in Hochdahl erworben und im Einvernehmen mit den Denkmalschützern in Wohnungen umgewandelt. Auch jetzt in Eller handelt er in Absprache mit der Denkmalbehörde.

Seine Pläne: „Ich denke an 13 Wohneinheiten in Größen von 70 bis 200 Quadratmetern. Die größte Wohnung wird über drei Ebenen gehen und ist für eine große Familie gedacht“, sagt er. Er ist in den Erbbaurechtsvertrag der IDR eingetreten, der maximal über 99 Jahre ging, von denen die ersten fünf Jahre abzuziehen sind. Heitmann könnte das Erbbaurecht verkaufen, aber das will er nicht. Die Nebengebäude sollen in der Familie bleiben.

Ursprünglich hieß es, dort könnte es keine ständigen Wohnungen mehr geben, weil die Gerüche des benachbarten Hühnerhofs dies nicht zulassen. Zeitweilig war an möblierte Appartements für Gäste gedacht worden, die vorübergehend in Düsseldorf leben und eine Alternative zum Hotel schätzen. Nun aber wird gehandelt. Das Dach ist gedeckt, die feuchten Wände und falschen Einbauten verschwinden. Derzeit wird der denkmalgeschützten Stall saniert.

Die Bezirksvertretung 8 (Eller, Vennhausen, Unterbach) hatte ein Heimatmuseum für den Arbeitskreis Kultur herausschlagen können. Dieses Gebäude hinter einem Torbogen ist von der Erbpacht ausgeschlossen. Alle Regelungen für die Bevölkerung zum Spaziergang durch den Schlosspark, zum Mittelaltermarkt etc. bleiben bestehen. Das Schloss selbst bleibt der IDR auch weiterhin erhalten.

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