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Wirtschaft: Der Aufschwung ist angekommen

Wirtschaft: Der Aufschwung ist angekommen

Firmen in Düsseldorf geht es so gut wie selten. Aber nicht jeder profitiert davon.

Düsseldorf. Sven Rekel vom Verein Deutscher Ingenieure in Düsseldorf hat ein Problem - ein Nachwuchsproblem: "Uns fehlen geeignete Bewerber”, sagt Rekel. Der Aufschwung hat die Metall- und Elektroindustrie so erfasst, dass die Ingenieure knapp werden.

Sylva Knecht hat das schon geahnt, als ihre Kollegen aus anderen Branchen noch den Blues der Krisenjahre sangen. "Wir merken es als erste, wenn die Wirtschaft wächst”, sagt die Frau vom Zeitarbeitsriesen DIS. Dann sind die flexibel einzustellenden Zeitarbeitskräfte gefragt.

Kaum einer kann davon so gut erzählen, wie Bernd Peters (Name geändert). Er ist 49 Jahre alt, hat zwei Kinder und steht vor der Arge an der Luisenstraße. Er hat in der Zeitung gelesen, dass die Industrie Arbeiter sucht. Ihn sucht sie nicht. Das hat ihm sein Berater bei der Arge erklärt. "Mit 16 die Schule abgebrochen - danach am Fließband malocht”, erzählt Peters. "Da habe ich lange gut verdient.”

Wachstum Nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer erwarten etwa 45 Prozent der Unternehmer in Düsseldorf, dass ihre Umsätze in diesem Jahr steigen. Der Geschäftsklimaindex der IHK liegt mit 142 Punkten auf einem Rekordwert. 90 Prozent der Düsseldorfer Unternehmen wollen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr mehr investieren.

Insolvenzen Gleichzeitig sinkt die Zahl der Unternehmenseinstellungen. Im Vergleich zum Vorjahr meldeten bis jetzt fast 15 Prozent weniger Unternehmen Insolvenz an.

Arbeitsmarkt Mit 10,8 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in Düsseldorf noch immer vergleichsweise hoch. Aber es ist Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Fast 8000 Stellen in Düsseldorf sind offen, die Fluktuation ist hoch. Problem für viele Düsseldorfer: Viele Arbeitsplätze gehen an Pendler aus dem Umland, deswegen sinkt die Arbeitslosigkeit in der Stadt nicht so, wie die Zahl der Arbeitsplätze zunimmt.