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Dieter Nuhr und Stephan Kaluza stellen in Düsseldorf ihre Fotos aus

Fotografie : Dieter Nuhr und Stephan Kaluza: Ein ideales Duo

Der Kabarettist und der Künstler stellen mit Verzögerung in St. Petersburg aus

Eigentlich wollten sie ab dem 1. April gemeinsam im Puschkin-Museum in  St. Petersburg ihre große Ausstellungseröffnung feiern.

Doch am Freitagmorgen kam die Nachricht aus Russland: Wegen des Coronavirus’ muss die Ausstellung des Düsseldorfer Künstlers Stephan Kaluza und des Kabarettisten und Künstlers Dieter Nuhr   bei der Galerie Geuer & Geuer in der Heine-Allee verschoben werden.

Kabarettist Dieter Nuhr ist auch Künstler: Er hat an der einstigen Folkwang Schule in Essen  studiert, besuchte die Malerklasse von Laszlo Lakner. Seit 1995 widmet er sich der Fotografie, stellt seit 1999 auch international aus. Seine Motive wählt er in der ganzen Welt aus: Häuserwände, Fassaden, abgerissene Tapeten oder Plakate. Seine Fotografien sind auf Stoff bedruckt und wirken sehr malerisch.

Sobald ein neuer Termin feststeht, werden 33 seiner Arbeiten  in der großen Doppelausstellung „Transit“ in St. Petersburg gezeigt –  Stephan Kaluza stellt 25 Bilder aus.

Mit Kaluza ist Nuhr nicht nur befreundet, die beiden  sind auch Atelier-Partner in Düsseldorf.

„Während Nuhrs Bilder sehr malerisch wirken, denken viele beim Betrachten meiner Bilder, sie seien Fotos“, sagt Kaluza, der  auch als Fotokünstler und Literat tätig ist.

Seine Bilder zeigen auf fotorealistische Art die Natur – so, wie er sie schuf. Er hat sie aus Details verschiedener Einzelbilder zusammengesetzt.

„Es ist die Natur, die es so nicht gibt: Es geht um Nachahmung. Darum, den Schöpfer zu spielen. Das zu machen, was die Evolution auch macht. Und um Konstruktion. In den Bildern finden sich auch Einzelbilder aus kontaminierten Orten wie Auschwitz“, erklärt er. „Es geht also auch um Hinterfragung.“

So gegensätzlich die Bilder von Kaluza und Nuhr  sind, so sehr verbindet sie der Kontrast. „Es geht darum, was hinter dem scheinbaren Idyll liegt“, sagt Nuhr. „Die Hinterfragung des Mediums ist das, was uns verbindet.“

Dass die Ausstellung verschoben werden muss, sei schade. „Aber das betrifft alle Termine bis zum Sommer. Alle meine Auftritte wurden erstmal  abgesagt. Das ist wie ein Bruch in der Zeit.  Aber das, was mich betrifft, ist  nicht zu vergleichen mit den großen  Problemen, die jetzt auf die Menschen zukommen, deren Existenz bedroht ist.“