Wieder eine Weltpremiere auf der Kirmes

Wieder eine Weltpremiere auf der Kirmes

Raketen-Karussell und Höllen-Taxi: Es viel Neues auf der Kirmes am Rhein – aber auch Ärger mit Tierschützern.

Düsseldorf. Weltpremieren sind immer etwas Besonderes. Und ein Risiko. Trotzdem möchte Kirmes-Bürgermeister Thomas König den Besuchern auf den Oberkasseler Rheinwiesen den Kick bieten, eine Neuheit testen zu können. Das bringt Michael Goetzke mächtig ins Schwitzen, auch wenn die ganz große Hitze gestern eine Auszeit genommen hat.

Bis Freitagnacht will er "Rocket" aufgebaut haben, ein 55 Meter großes Hochgeschäft mit zwei raketen-ähnlichen Gondeln, die sich 50 Kilometer schnell bewegen. "Es wird aber nur in eine Richtung gefahren. Sonst haben wir etwas falsch gemacht", meint der Schausteller mit einem Augenzwinkern.

Einen Steinwurf weit weg bereitet sich Michael Senk auf seine Kirmes-Premiere vor - mit einem Karussell, das schon 43 Jahre alt ist. "Das hieß früher Bayern-Kurve. Ich habe es in einem südfranzösischen Freizeitpark entdeckt und umgebaut", erzählt er. Mit "Höllen-Taxi" hat Senk dem Fahrgeschäft auch einen neuen Namen verpasst. Sein Konzept: "Wir fahren höchstens 42 Kilometer schnell und sind familientauglich. Bei uns können auch Sechsjährige einsteigen."

Schon lange gab es auf der Kirmes nicht mehr so viele Neues zu sehen. 1,5 Millionen Euro hat der Booster Maxxx gekostet, der auch erst seit Pfingsten unterwegs ist. Ein Erlebnis für die ganz Mutigen, denn die zwei Gondeln rauschen nicht nur bis in 55 Meter Höhe, sondern überschlagen sich dabei auch noch. Wer festhalten möchte, wie er nach der Fahrt aussieht, kann sich bei Alexander Oberreiter in historischen Kostümen aus dem 19. Jahrhundert fotografieren lassen.

Eine andere Neuheit ist die Alpenwelt, wo Sternekoch Holger Berens die Gäste verwöhnen will. Unter anderem mit Hummer. Dagegen protestiert der Verein Düsseldorfer Stadttiere. Die Hummer seien hoch schmerzempfindlich und würden große Qualen erleiden, wenn sie lebend in kochendes Wasser geworfen werden. Der Todeskampf könne bis zu sieben Minuten dauern. "Ich bin gesetzlich verpflichtet, die Tiere lebend anzunehmen und halte mich streng an die Vorschriften", erklärt Berens und erinnert daran, dass Hummer auch in vielen anderen Lokalen auf der Speisekarte steht. Ohne dass jemand dagegen protestiert.