Wie sich Flingern rund um die Ackerstraße verändert hat

Bildervergleich : So hat sich Flingern rund um die Ackerstraße verändert

Flingern hat sich von einem Arbeiterstadtteil zu einem Trendviertel entwickelt. Ein Bildervergleich zeigt, wie stark sich die Gegend um die Ackerstraße gewandelt hat.

Flingern ist nach der Altstadt wohl einer der bekanntesten Stadtteile Düsseldorfs. Als Trendviertel hat es der Kiez unter anderem in den englischsprachigen Deutschland-Reiseführer von „Lonely Planet“ geschafft. Vor allem die Gegend rund um die Ackerstraße steht mit ihren Cafés und Boutiquen exemplarisch für den Wandel des Viertels.

Eine Gegenüberstellung von Bildern aus dem Stadtarchiv Düsseldorf aus den vergangenen Jahrzehnten mit Fotos aus der Gegenwart zeigt, wie stark die Veränderungen ausgefallen sind. Fünf Auffälligkeiten:

Der Zweite Weltkrieg hat den Stadtteil massiv verändert Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs haben Düsseldorf unterschiedlich stark getroffen. Während beispielsweise in der Altstadt und in der Stadtmitte in großem Umfang alte Baustruktur vernichtet worden ist, sind im linksrheinischen Oberkassel vergleichsweise wenig Häuser grundlegend zerstört worden. Entlang der Ackerstraße in Flingern — das zeigt der Abgleich der Bilder des Stadtarchivs mit Aufnahmen aus der Gegenwart — existieren viele Gebäude aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sichtbar ist dies zum Beispiel an der Kreuzung von Acker- und Beethovenstraße. Kein Haus aus der Zeit von 1910 existiert an dieser Stelle noch.

Flingern ist grüner geworden Während auf den teils mehr als 100 Jahre alten Aufnahmen selten Bäume zu sehen sind, sind sie heute im Bild des Viertels allgegenwärtig. Besonders anschaulich ist dies beim bei dem Wohnhausblock „Eulerhof“. Bei der Aufnahme aus dem Jahr 1928 muss man schon sehr genau hinsehen, um im rechten Bildbereich einen jungen Baum zu erkennen. 90 Jahre später verdeckt das Gewächs die Sicht auf das Gebäude. Auch weitere Bäume sind hinzugekommen.

Es gab einmal sehr viele Parkplätze In Flingern einen Parkplatz zu finden, ist vor allem in dem Abendstunden ein ehrgeiziges Unterfangen. Was bei einem Viertel, das vor dem Aufschwung des Automobils entstanden ist, wenig verwunderlich ist. Doch auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Autos bei weitem nicht so präsent wie heute. Das zeigt unter anderem der Vergleich eines Fotos von der Hermannstraße mit der ehemaligen Horten-Verwaltung. Auf dem Bild, das zwischen 1955 und 1965 entstanden sein muss, ist auf der Hermannstraße gerade einmal ein VW Käfer zu sehen — heute ist das kaum vorstellbar.

Die Straßenbahn fährt immer noch Das 21. Jahrhundert brachte Düsseldorf Konzepte zum Teilen von Autos, Fährrädern und Elektro-Rollern. Doch die Straßenbahn konnte sich als Verkehrsangebot über die Jahrzehnte behaupten. So gibt es die Verbindung vom Hauptbahnhof in Richtung Flingern und Düsseltal immer noch. Auch wenn sie ursprünglich im Zuge der Einführung der Wehrhahn-Linie hätte abgeschafft werden sollen, verkehrt die Linie 708 zwischen den Stationen Heinrichstraße und Polizeipräsidium. Auch auf dem Bild von 1935, das während des Ausbaus des Platzes entstanden ist, ist die Straßenbahnverbindung zu erkennen.

Der öffentliche Raum wird intensiver genutzt Nicht nur gab es früher weniger Autos — auch der gesamte öffentliche Raum war weniger zugestellt. Das macht eine undatierte Aufnahme von der Ackerstraße an der Kreuzung mit der Hermannstraße deutlich. Abgesehen von Straßenbäumen ist der Gehweg frei. Heute befinden sich in diesem Straßenabschnitt Fahrradständer, eine Litfaßsäule, Mülleimer, ein Altkleidercontainer und Poller.