Wie in Düsseldorf Verkehrserziehung per Handpuppe funktioniert

Polizeipuppenbühne : Verkehrserziehung per Handpuppe: „Nicht rennen und nicht pennen“

Im neuen Stück der Polizeipuppenbühne fiebern die Kinder mit Schraubischneider und Müllmonster Kölle mit.

Der Vorhang geht auf und die Kinder staunen vom ersten Moment an. Ihre Blicke gleiten an einer bemalten und beklebten Pappwand entlang, die als Kulisse dient. Mittig schlängelt sich eine Straße entlang. Links von ihr ist ein Haus dargestellt, vor und hinter einem angrenzenden Gitter stehen übervolle Mülltonnen. Rechts von der Straße ist ein Park aufgemalt. Obenauf sitzt eine Ampel mit einer Dienstmütze – die Lichter können leuchten.

In vielen Städten wurde das spezielle Puppentheater mittlerweile eingestellt – doch die Stadt Düsseldorf konnte sich das Kulturgut zur Verkehrsprävention erhalten und blickt auf rund 30 Jahre Bühnenzeit zurück. Ausgerichtet wird das Puppentheater von der Dienststelle „Verkehrsunfallprävention und Unfallschutz“. In knapp einer Stunde sollen die Kinder vor allem lernen, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten sollen – jedes Jahr mit einer anderen Geschichte. Drei Monate lang finden täglich Vorstellungen in der Aula der Heinrich-Heine-Grundschule statt. Rund 6000 Kinder werden dieses Jahr erwartet. Zum Abschluss gibt es für jeden ein „Ampelindianerarmband“, aus Gummi und in den Ampelfarben.

„Abenteuer Schrottplatz“, so lautet der Titel der Aufführung, in der die Ampelindianer (Kosename für die Kinder im Publikum) von drei Hauptfiguren unterhalten werden: Der Waschbär „Von und zu“ – für Freunde „Fuzi“, eine Schraube namens „Schraubischneider“ und „der Kölle“, der ein Müllmonster verkörpert. Während der Waschbär den Park vom Müll befreit, lernen die Kinder etwas über richtige Mülltrennung. Stattdessen macht Schraubischneider die Bedeutung des korrekten Verkehrsverhaltens deutlich: „Nicht rennen und nicht pennen“, oder „Am Bordstein da ist halt, damit es da nicht knallt“ sind Beispiele für die Zaubersprüche, die sich einprägen sollen. Als der Kölle dann das gelbe Ampellicht stehlen will, ist das kleine Publikum empört, schließlich „weiß man doch nun nicht mehr, wann es Zeit wird aufzupassen“. Als der Bösewicht gefasst wird, lernen die Zuschauer auch etwas darüber, wie sie sich bei einem Notruf zu verhalten haben und wie der Polizist am anderen Ende der Leitung auch versteht, was passiert ist.

Die Polizeikommissarinnen Sonja Martin (42), Norma Fleiß (44) und die Polizeihauptkommissarin Janett Louis (46) geben vor und hinter der Bühne ihre schauspielerischen Talente zum Besten. Martin ist vor der Bühne und bildet das Bindeglied zwischen Publikum und Bühnencrew. Während sie die Gespräche mit ausdrucksvoller Gestik und Mimik untermauert, geht sie auch auf die Kinder zu und muntert sie zum Mitmachen auf. Louis und Fleiß erwecken mit ihren Händen und ihrer Stimme die Puppen zum Leben.

Martin sieht das Puppentheater „als einfaches pädagogisches Mittel, um den Kindern nachhaltig etwas zu vermitteln“. Der Erfolg ließe sich daran erkennen, dass viele Kinder im Folgejahr wiederkämen und sich noch an das vorangegangene Stück erinnern könnten. Klar, es gibt die Guten und die Bösen, das prägt sich gut ein. Vor allem wenn sich das Geschehen auf der Bühne auf die Kinder überträgt und ihre Aufregung spürbar wird. Sie stehen dann auf und rufen, um auf etwas aufmerksam zu machen. Zum Beispiel wenn die Schraube einfach bei Rot über die Straße gehen will. Denn: „Man darf nicht über Rot gehen, dass ist lebensgefährlich“.