Wie der Düsseldorfer Hofgarten wieder aufgebaut wird

Parkpflege : Wie der Hofgarten wieder aufgebaut wird

Vom Flanier- zum Freizeitpark: Bei der Sanierung des Gartendenkmals und bei Neupflanzungen müssen viele Aspekte beachtet werden.

Sonnenanbeter liegen auf den Wiesen. Familien zieht es auf die Spielplätze. Spaziergänger genießen das Grün mitten in der Stadt. Radfahrer und vermehrt auch Elektroroller-Fahrer queren die Wege. Im Hofgarten ist am Donnerstagmittag jede Menge los, als Gartenamtsleiterin Doris Törkel zum Pressetermin bittet. Sie informiert am Lindenrondell unterhalb des Napoleonsbergs über den aktuellen Stand der Wiederaufbauarbeiten. Und sie stellt auch die neue Broschüre zum Parkpflegewerk Hofgarten vor (siehe Infokasten). Denn der Park ist 250 Jahre alt, eine der ältesten Anlagen Deutschlands und er steht seit 1998 unter Denkmalschutz. „Egal ob eine alte Kapelle oder ein Park, die Stadt ist verpflichtet das Denkmal wieder herzustellen,“ sagt Törkel. Und da sei der Hofgarten natürlich nicht irgendeine Parkanlage, sondern die Top-Nr. 1 der Landeshauptstadt.

An der Reitallee werden 24 Linden gepflanzt

Der Wiederaufbau erfolgt nun, nachdem Pfingststurm „Ela“ im Juni 2014 große Schäden im grünen Herzen der Innenstadt angerichtet hatte. Allerdings nicht allein historisierend. Man vergleicht die historische Anlage mit dem Bestand, entwickelt ein Leitbild, das die aktuelle unterschiedliche Nutzung berücksichtigt. „Früher ging man in den Hofgarten zum Flanieren, heute treibt man hier auch Sport oder nutzt die kürzeren Wege mit dem Rad durch den Park“, sagt die Gartenamtschefin und nennt damit Anforderungen für die Sanierung.

Diese findet in drei Bauabschnitten statt und kostet insgesamt 5,8 Millionen Euro für die Bepflanzungen und die Herstellung der Wege. Hinzu kommen 1,6 Millionen Euro, die in die Reparatur der Gasbeleuchtung entlang der alten Wege investiert wurde. An jüngeren Wegen, die beispielsweise durch Trampelpfade entstanden und nun hergerichtet werden, wird elektrisch beleuchtet.

Im ersten und abgeschlossenen Bauabschnitt wurden Vegetation und Wege im Bereich der Inselstraße, am Standesamt und an der Oederallee erneuert. Aktuell sieht man die Arbeiten des zweiten Bauabschnittes: Hier steht die Reitallee im Mittelpunkt, allein dort werden 24 neue Linden gepflanzt, die Lücken, die der Sturm riss, geschlossen. Einen Teil der Kosten für die neuen Bäume tragen die Düsseldorfer Jonges.

Aktuell ist die Reitallee bereits asphaltiert. Die schwarze Decke wurde von Passanten schon kritisiert. Doch, obwohl sie im Augenblick befahrbar ist, ist dies noch nicht der Endzustand. Im September, so erläutert Landschaftsarchitekt Alexander Richter, bekommt sie noch eine Natursteinsplitt-Schicht. Die ist hell und wurde bereits im Zoopark getestet. Im Vergleich zu anderen wassergebundenen Wegedecken sei der helle Naturstein robuster. Er wird für die Hauptwege genutzt, so auch für die Reitallee, die eine der Hauptrouten für Radfahrer im Park sein wird. Richter erläutert weiter, dass die Wege so angelegt werden, dass das Regenwasser seitlich in der Vegetation versickere. Zudem seien die neuen Natursteinwege viel pflegeleichter als die Schotterwege.

Bis Ende des Jahres soll der zweite Bauabschnitt im Hofgarten beendet sein. Hatte Sturm „Ela“ 380 Altbäume vernichtet, werden bis dahin rund 150 neu gepflanzt sein. Dies nicht 1:1, wie vor dem Sturm. Und auch der Klimawandel spielt bei der Auswahl der neuen Baumarten eine Rolle. Noch am Donnerstag hatte Doris Törkel schlechte Nachrichten bekommen: Ein alter Ahornbaum und eine einst prächtige Buche haben die lange Trockenheit nicht überlebt und müssen gefällt werden.

Vom Frühjahr bis Ende 2020 geht die Sanierung in die letzte Runde. Dann im östlichen und ältesten Bereich rund um die Jägerhofallee, die zur Jacobistraße führt. Die Jägerhofallee werde sehr häufig mit der Reitallee verwechselt, sagt Doris Törkel. So finde die große Schützenparade im Hofgarten stets auf der Jägerhofallee statt, doch immer wieder sei von der Reitallee die Rede.

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