Wenn das Wildschwein zu nah kommt

Wenn das Wildschwein zu nah kommt

In Garath laufen Wildschweine bis an die Wohnblocks der Stettiner Straße. Forstdirektor Paul Schmitz nennt Regeln.

Die Wildschweine kommen in den vergangenen Jahren vermehrt in die Städte. Vor allem in Berlin sorgt die Begegnung der Tiere mit den Menschen öfter für Schlagzeilen. Nun sind in den letzten Wochen am Rande des Garather Forstes, aber auch am Hasseler und Benrather Forst und im benachbarten Hilden häufiger Wildschweine aufgetaucht. Meist passiert das in der Dämmerung. Dies veranlasst den städtischen Forstdirektor Paul Schmitz nun, den Düsseldorfern Tipps zu geben, wenn sie plötzlich auf ein Wildschwein treffen.

„Bei der Begegnung mit dem Schwarzwild sollte man Ruhe bewahren“, appelliert Schmitz. Fußgänger und Radfahrer sollten sich langsam zurückziehen. Man sollte keinesfalls versuchen, die Tiere anzufassen. Wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte diesen sofort anleinen. Denn die Wildschweine können sehr aggressiv reagieren.

Weitere wichtige Regel: „Die Tiere sollten auf keinen Fall gefüttert werden,“ warnt Schmitz. Denn dadurch würden die Wildtiere ihre natürliche Scheu vor den Menschen verlieren.

Der Leiter der städtischen Forstabteilung hat sich in dieser Woche im südlichen Düsseldorf umgeschaut. Und in der Tat hat er die Spuren der Wildschweine gesehen. Sogar ganz nah am Wohnblock an der Stettiner Straße, am Rande des Garather Forstes. „Die Wildschweine wühlen an den Wegerändern, im Gras suchen sie Würmer.“ Die natürlichen Lebensräume der Tiere haben sich verkleinert, deshalb suchen sie sich auch in den Städten oder an deren Rändern neue „Wohngebiete“. Kein wirklich geeigneter Lebensraum.

„In Berlin ist das wirklich ein Riesenproplem“, sagt Paul Schmitz. Dort komme es immer wieder zu Verkehrsunfällen, wenn die Tiere plötzlich auftauchen. Leider hätten dort die Menschen auch angefangen, die Allesfresser zu füttern. Konflikte seien programmiert.

Im Düsseldorfer Süden seien diese jedoch zum Glück bislang ausgeblieben. Allerdings erinnert sich Paul Schmitz an einem Unfall vor 20 Jahren, der ebenfalls in Garath stattgefunden hat. Damals war ein Spaziergänger mit einem nicht angeleinten Hund im Garather Wald unterwegs. Abseits der Wege war der Hund mitten im Wald in einer Dickung mit einem Wildschwein aneinandergeraten. Schmitz: „Bei dem Versuch des Besitzers, dazwischen zu gehen, wurde der Mann von dem Wildschwein verletzt.“ Das Tier habe sich in die Enge getrieben gefühlt und sich verteidigt. Der Spaziergänger kam mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus.

Wie viele Wildschweine nun genau in Garath, Hassels und Benrath unterwegs sind, weiß der Forstdirektor nicht. Er schätzt, dass es zwischen fünf und zehn sind. Anwohner hätten wohl eine Bache mit fünf Frischlingen gesehen.

Ob es weitere Tiere gebe und ob das Problem größer werde, kann Schmitz zurzeit nur schwer einschätzen. In den letzten Tagen sei es ruhiger geworden. „Wir können aber auch keine Treibjagd im Stadtwald veranstalten“, erklärt der Forstdirektor.

Das Forstamt versuche allerdings in Abstimmung mit der unteren Jagdbehörde und den benachbarten Jagdbezirken durch eine vorsichtige Bejagung zu erreichen, dass der Bestand nicht übermäßig zunimmt.

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