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Weihnachtsmarkt: Leere Buden, lange Gesichter

Weihnachtsmarkt: Leere Buden, lange Gesichter

Die Stadt ist voll, die Buden leer. In anderen Städten hat man längst reagiert.

Düsseldorf. "Oh wie schön", sagt die blonde Dame, zieht ihre Begleitung begeistert mit und steuert auf die Weihnachtsmarkt-Buden am Stadtbrückchen zu. Doch dann gibt’s lange Gesichter. Das Häuschen ist nur noch eine Hülle, denn seit dem 23. Dezember ist Schluss in Düsseldorf. Und das, obwohl die Stadt zwischen den Feiertagen so voll wie selten ist und die Weihnachtszeit eigentlich noch bis zum 6. Januar dauert.

Anderswo hat man längst auf die Bedürfnisse der Gäste reagiert. In Hamburg ist die Budenstadt bis zum 31. Dezember geöffnet, auch Mönchengladbach und Wuppertal geben eine festliche Zugabe.

"Auch bei uns gab es solche Überlegungen. Die wurden aber dann wieder verworfen", erklärt Schausteller-Präsident Bruno Schmelter. Die Begründung war, dass die Händler angeblich kein Interesse an einer Verlängerung hätten. Schmelter: "Das kann ich aber nicht nachvollziehen. Ich werde das Thema im nächsten Jahr noch einmal auf die Tagesordnung setzen."

Wenig begeistert von der Idee ist die Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH. "Man kann es keinem Recht machen. Die einen klagen, dass der Weihnachtsmarkt zu früh beginnt, anderen ist er nicht lang genug", nimmt DMT-Sprecher Marco Lippert Stellung, "wir finden, dass ein Monat reicht."

Außerdem gibt es auch ein handfestes Argument, das aus Sicht der DMT gegen eine Verlängerung des Weihnachtsmarktes spricht. Lippert: "Wir haben in Düsseldorf eine besondere Situation. Silvester wird die Stadt wieder rappelvoll sein. Bis dahin müssen die Buden abgebaut sein." Denn sonst bestünde die Gefahr, dass am Ende nur Kleinholz übrig bleibt.

Bis Silvester müssten die Buden ja gar nicht stehen bleiben, findet Einkaufs-Fan Alexandra Schmitz: "Über die Festtage oder bis kurz danach würde mir reichen." Sie legt jedes Jahr nach Weihnachten einen Einkaufstag ein und ist für eine Verlängerung: "Meine Verwandten haben mir zu Weihnachten Geld geschenkt. Das würde ich gerne auf dem Markt ausgeben - und gegen ein oder zwei Gläschen Glühwein hätte ich auch nichts einzuwenden."

Auch Anna Könen (15) freut sich auf die fröhliche Stimmung an Silvester, aber ohne Weihnachtsmarkt. "Ich habe genug Zeit in Geschenkeplanung investiert und habe einfach keine Lust mehr auf Lichterketten und Weihnachtsmusik", sagt sie. "Nach den Feiertagen bummele ich gerne in Ruhe mit meiner Mutter durch die Stadt. Ohne das Gedränge. Ich finde, der Frühling kann kommen - der Weihnachtsmarkt würde mich jetzt nur noch nerven."