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Weihnachtsmarkt: Händler hoffen auf Bescherung

Weihnachtsmarkt: Händler hoffen auf Bescherung

Der Gründgens-Platz bleibt das Sorgenkind. Auch im zweiten Jahr klagen Händler über schlechte Geschäfte. Trotz der Eisbahn.

Düsseldorf. Lustige Handpuppen verkauft Barbara Oswald auf dem Gustaf-Gründgens-Platz. Doch zum Lachen ist ihr nicht zumute: "Die Geschäfte laufen schlecht. Die Leute gehen einfach vorbei und kaufen nicht. Ich hoffe, dass es am kommenden Wochenende besser wird."

Zum zweiten Mal findet in diesem Jahr der Weihnachtsmarkt vor dem Schauspielhaus statt. Bei der Premiere hatten viele Händler sich 2008 zunächst bitter über die schlechten Umsätze beklagt, in den letzten zwei Wochen vor dem Fest wurde es dann deutlich besser. Darum sind auch 80 Prozent der Geschäftsleute wieder da. "In diesem Jahr wurde der Platz außerdem durch die Eisbahn deutlich aufgewertet", erklärt Pierre des la Motte, Sprecher der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH. Bisher seien bei ihm keine Beschwerden eingegangen. DMT-Mitarbeiter seien täglich auf allen Weihnachtsmärkten unterwegs.

So bleibt Jens Meyer, der schon seit 13 Jahren mit seiner Käse-Alm nach Düsseldorf kommt, auch ganz ruhig: "Die Zahlen sind vergleichbar mit dem vergangenen Jahr. Das fiel dann insgesamt auch nicht so schlecht aus, nachdem die Stadt uns ein paar hundert Euro Miete erlassen hat." Darum sei er zwar nicht begeistert, aber zufrieden, auch wenn schon gleich zu Beginn das Dach vom Wind weggeblasen wurde: "Wir werden bestimmt nicht aufgeben und hoffen auf die nächsten Wochen."

Ganz anders Annett Größel, die zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt steht und Räucher-Figuren mit neun verschiedenen Düften verkauft: "Wir können uns bisher nicht beklagen. Die Nachfrage ist gut." Die junge Dame hat allerdings auch einen echten Verkaufsschlager, einen rauchenden Bob Marley aus Ton. Dazu gibt es die passende Raumnote: Cannabis. "Aber es riecht nur so", versichert Annett Größel.

Zufrieden am neuen Standort ist Titus Jacobs mit seiner Eisbahn, die die WZ als Medienpartner begleitet: "Ich hoffe, dass wir langfristig hier bleiben können." Besonders gut sei der Besuch an den Wochenenden, wenn bekannte DJs auflegen. Auch vormittags sei die Eisfläche fast immer voll: "Wir haben Anmeldungen von 85Schulklassen, und es kommen immer noch Nachmeldungen." Dass manche Händler klagen, kann er nicht verstehen: "Einige machen ihre Stände um punkt 20Uhr zu, obwohl sie bis 22 Uhr öffnen dürfen." Denen könne es ja nicht schlecht gehen.

Ungelöst ist allerdings noch das Verkehrsproblem. "Der Überweg an der Berliner Allee ist einer der Knackpunkte des Weihnachtsmarktes", räumt André Genenger von der Polizeiinspektion Mitte ein. Die Fußgängerinsel ist dort so klein, dass sie für die Besucherströme oft nicht ausreicht. Genenger: "Wir haben regelmäßig drei Kradfahrer im Einsatz, die sich die Situation ansehen." In Stoßzeiten soll die Spur von der Berliner Allee in die Schadowstraße gesperrt werden.

Touristen-Busse werden am Gründgens-Platz in diesem Jahr nicht für zusätzliche Gäste sorgen. Wegen der zahlreichen Baustellen können die Fahrzeuge dort nicht halten. Im vergangenen Jahr waren die Busse zum Gründgens-Platz geleitet worden, um den Umsatz anzukurbeln.