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Wehrhahn-Linie: U-Bahn-Bau bringt Autostau

Wehrhahn-Linie: U-Bahn-Bau bringt Autostau

Ärger bei Autofahrern und Händlern: Die Stadt informierte nicht über den Baustart auf der Kasernenstraße.

Düsseldorf. Schritttempo, Gehupe, genervte Blicke - gestern Morgen stehen dutzende Autofahrer auf der Heinrich-Heine-Allee unvermutet im Stau. Auf der Höhe des Fußgängerüberwegs am Carschhaus verengt sich die eigentlich zweispurige Straße auf nur noch einen Fahrstreifen. Die logische Folge: Eine Blechkolonne, die sich bis zur Kunstsammlung erstreckt.

Die Anwohner und Geschäftsleute auf der Kasernenstraße werden von der Einschränkung ebenso überrascht wie die Autofahrer. Sie sind entsprechend sauer. "Vor anderthalb Wochen sagte uns der Bauleiter der Wehrhahn-Linie noch, dass die einspurige Verkehrsführung erst im Mai kommt", sagt Gabi Schöler, die einen Brillenladen an der Ecke zur Mittelstraße führt. Auch Claudio Camerin, Besitzer des Eiscafés Pia, ärgert sich. "Vor allem im Berufsverkehr wird das hier ein Chaos sein."

Beim Amt für Verkehrsmanagement gibt man sich ein wenig zerknirscht. Man habe vergessen, die Öffentlichkeit noch einmal auf den Baubeginn an dieser Stelle hinzuweisen, heißt es. Doch von Mai sei nie die Rede gewesen. "Dann beginnt die Einrichtung der großen U-Bahnbaustelle, das haben wir auch immer so gesagt. Wir haben aber auch immer darauf hingewiesen, dass die einspurige Verkehrsführung jetzt schon wegen der Vorarbeiten nötig ist", betont Amtsleiterin Andrea Blome.

Damit die Buddelei für die Wehrhahn-Linie beginnen kann, müssen Kabel und Kanäle verlegt werden. Das wird in den nächsten drei Wochen geschehen. Nach einer Woche wird statt der rechten die linke Fahrspur gesperrt. Die um 100 Meter nach Norden versetzte Fußgängerampel bleibt für die gesamte Zeit der Arbeiten dort, wo sie gestern hingesetzt wurde. Nach diesen drei Wochen wird die zweispurige Verkehrsführung bis Mai wieder hergestellt. Mit dem richtigen Baubeginn für die U-Bahn kommt der Engpass aber wieder - und er bleibt bis die Bagger wieder abrücken, also in rund zwei Jahren. Die Stadt empfiehlt, die Stelle weiträumig zu umfahren, durch den Rheinufertunnel oder die Berliner Allee.

Für Irritationen sorgten auch gelbe Linien, die gestern Morgen auf der Mittel- und Grabenstraße gezogen wurden. Ein Schild "Feuerwehrbewegungszone" wies zwar auf den Sinn hin, aufgeklärt wurden die Anlieger aber nicht. "Die Linien zeigen an, wo kein Ladeverkehr oder andere Dinge stehen dürfen", sagt Blome. Bäckermeister Josef Hinkel befürchtet Probleme bei der Anlieferung. "Ich muss ja jetzt mit dem Lieferwagen fast bis ins Geschäft fahren."

Für Unmut sorgt auch die Telefon-Hotline zur Wehrhahn-Linie (V 8999966). Sie ist nämlich nur schlecht erreichbar. "Das ist im Moment in der Tat leider so. Die Mitarbeiter, die das Telefon besetzen, sind mit anderen Dingen sehr beschäftigt. Wir wollten aber nicht irgendein Call-Center beauftragen. Wir möchten, dass die Anrufer qualifizierte Antworten bekommen", erklärt Andrea Blome. In den kommenden Wochen soll die Besetzung der Hotline verbessert werden. Mehr Infos unter:

Haltestelle verlegt Auf der Kasernenstraße gibt es noch eine zweite Engstelle, vor der Einmündung der Bastionstraße. Grund: Die Haltestelle Benrather Straße wird in Richtung AOK-Haus verlegt. In einigen Wochen soll der Engpass beseitigt sein.