Was wird aus der Düsseldorfer Tafel und dem Caritas-Sozialkaufhaus?

Was wird aus der Düsseldorfer Tafel und dem Caritas-Sozialkaufhaus?

Zwischen Völklinger und Volmerswerther Straße sollen viele Wohnungen gebaut werden. Dienstleister und Gewerbe suchen deshalb neue Räume.

Die Verdichtung der innenstadtnahen Viertel wird weitergehen. Nur zur Information wurde jetzt den Stadtteilpolitikern der Bezirksvertretung 3 eine Vorlage präsentiert, die auch für das gut 16 500 Quadratmeter große bisherige Gewerbegelände zwischen Völklinger Straße 24 und Volmerswerther Straße große Veränderungen vorsieht. Hier, südlich der Bahntrasse und ganz nah am S-Bahnhof Völklinger Straße, will die Düsseldorfer Gentes Gruppe als Investor ein neues, gemischtes Quartier entwickeln. Laut einer Mitarbeiterin des Planungsamtes stehe man noch am Anfang des Verfahrens. Ein Workshop soll interessierte Anwohner da allerdings bald miteinbeziehen.

Der wird dann auch sicher die Caritas interessieren. Denn sie ist heute Mieterin auf dem Areal, das zur Neuplanung ansteht. Die Caritas betreibt hier ihr Sozialkaufhaus „Wertvoll“ und neben dem Kaufhaus auch Werkstätten mit rund 110 Beschäftigten. Auf WZ-Anfrage erklärt Caritas-Sprecherin Stephanie Agethen: „Wir haben einen Mietvertrag bis zum 30. Juni 2019. Leider hat noch niemand vom Investor mit uns gesprochen. Wir freuen uns, wenn wir bei der Beteiligung berücksichtigt werden.“ Parallel aber suche man bereits in der Stadt ein rund 4000 bis 5000 Quadratmeter großes Ersatzgelände für Kaufhaus und Werkstätten. Das sei aber gar nicht einfach, so Agethen.

Die Zentrale der Düsseldorfer Tafel befindet sich ebenfalls seit 15 Jahren auf dem Gelände. Auch die Vorsitzende des Vereins, Heike Vongehr, hatte noch keinen Kontakt mit den neuen Eigentümern. „Wir wissen von nichts. Aber wir wissen, dass die anderen auch nur Mietverträge bis 2019 haben“, erklärt sie. Dem bisherigen Eigentümer musste der gemeinnützige Verein nur 300 Euro Miete bezahlen. „Wir suchen nun händeringend ein neues Büro“, sagt Vongehr. Doch für die Lebensmittelverteilung an Bedürftige brauche man einen Standort mit sechs, sieben Parkplätzen und auch einen Lagerraum. Den hat der Verein heute auf dem Großmarktgelände. Künftig möchte man alles an einem Ort bündeln. „Wir sind allerdings total unglücklich, dass wir unser stadtnahes Büro aufgeben müssen“, klagt Heike Vongehr. Auch könne der Verein sich keine hohe Miete leisten.

Aus der Vorlage der Stadt geht nur hervor, dass die heutige Bebauung entlang der Völklinger Straße erhalten werden soll. Darin befinden sich ein Fitness-Center und ein Einzelhändler für Kostüme und Dekoartikel. Ein Fragezeichen steht für den Investor noch an der nördlichen Ecke des Grundstückes, das an die Bahngleise grenzt. Dort, wo sich heute eine Tankstelle befindet, sieht er entweder Gewerbe, Dienstleistungen oder gar einen Hochpunkt — also ein Hochhaus vor.

Entlang der Völklinger Straße und der Bahngleise ist eine Blockrandbebauung vorgesehen, als Lärmschutz. Im Innern des Plangebietes soll nachverdichtet werden, konkret ist hier der Bau neuer Wohnungen geplant. Eine Zahl wird vor Beginn des Planungsverfahrens aber noch nicht genannt. Das Handlungskonzept Wohnen werde berücksichtigt und eine „grüne Mitte“ ist als Freiraumgestaltung vorgesehen. Das Areal soll zudem eine verbesserte Ein- und Abfahrt an der Völklinger Straße erhalten und einen Fuß- und Radweg, der zur Volmerswerther Straße führt.

Nördlich des Gentes-Areals, also auf der anderen Seite der Bahngleise tut sich auch einiges. Wie berichtet will auf dem ehemaligen Liesegang-Grundstück Investor bpd 200 Wohnungen bauen. Allerdings gibt es hier die Zusage, dass die alten Lieseganghallen erhalten und die Gewerbe- und Atelierräume somit bestehen bleiben. Problematisch sehen Anwohner den zunehmenden Verkehr im Viertel.

Und in unmittelbarer Nähe nur einen Block nördlicher wird auch das ehemalige Siemens-Gelände zwischen Völklinger und Neusser Straße komplett umgestaltet. Auch hier sind rund 200 Wohnungen, eine Kita, Bürohäuser und ein Hochhaus geplant.

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