Düsseldorf: Was wird aus dem Bahnhofsviertel?

Düsseldorf : Was wird aus dem Bahnhofsviertel?

Anwohner des Hauptbahnhofs diskutierten mit Vertreten von Politik und Verwaltung.

Düsseldorf. Mobilität, Sauberkeit, Verkehr und Verschönerung: Das waren Themen in den Diskussionsrunde am Donnerstagabend, zu der Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner die Anwohner des Stadtteils Mitte eingeladen hatte. Das Thema: Hauptbahnhof. Über 60 Anwesende diskutierten mit Vertretern der Fraktionen, die in der Bezirksvertretung sitzen, über verschiedenste Themen rund um den Hauptbahnhof und dessen Zukunft. Der größte Diskussionsbedarf bestand jedoch zum Thema Drogen und Rotlichtmilieu.

„Wir haben an unserem Tisch darüber diskutiert, dass es rund um den Hauptbahnhof mehrere Hotspots gibt, an denen der Drogenhandel floriert. Viele Anwohner mussten sich schon Sprüche und Beleidigungen gefallen lassen“, sagte Sabine Schmidt von der CDU. „Ja, es gibt hier Prostitution. Aber ich lebe hier schon seit über 50 Jahren und ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo es keine Prostitution hier gab“, sagte ein Anwohner.

Viele hatten das Gefühl, dass Polizei und Ordnungsamt nicht präsent genug wären und nicht hart genug durchgreifen würden. Die Beamten und Vertreter des Ordnungsamts hielten dagegen, dass die Frequenz der Streifenwagen in den letzten Jahren immer weiter erhöht worden sei. Zu den Themen Drogen und Sicherheit soll es eine größer angelegte Diskussion im Viertel geben.

Auch der Verkehr liegt den Anwohnern am Herzen. Sie äußerten den Wunsch, rund um den Hauptbahnhof eine Tempo-30- Zone einzurichten, um dem Verkehrslärm zu begegnen.

„Viele wünschen sich mehr Fahrradständer. Außerdem wäre ein Ausbau der Radwege ein wichtiger Schritt. So könnte man die Fahrradfahrer von den Fußgängerwegen holen, wo sie die Anwohner stören. Vielleicht muss man auch größer denken. Bei unserer Diskussion wurde die Idee geäußert, die Bismarckstraße in eine Fußgängerzone zu verwandeln“, sagte Annette Klinke von den Grünen.

Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner freute sich über die große Resonanz und kündigte an, die jährlichen Diskussionen fortzusetzen. „Wir wollen ein solches Anwohnertreffen jedes Jahr in einem anderen Stadtteil veranstalten. Letztes Jahr waren wir in Derendorf, dieses Jahr hier in Mitte. Trotz der Hitze ist das Haus voll. Das zeigt uns, dass die Leute interessiert sind und vor allem, dass es Redebedarf gibt.“

Ergänz wurde die Diskussion mit den Anliegern durch einen Vortrag zur Entwicklung des Areals des Hauptbahnhofs. Zwei Experten des Stadtplanungsamts und des Amts für Verkehrsmanagements stellten die Pläne zur neuen Gestaltung des Vorplatzes vor. Auch hierzu konnten die Anwohner ihre Wünsche äußern.

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