Was man zur Debatte um das Opernhaus wissen sollte

Kulturpolitik : Fünf Dinge, die man zur Debatte um das Opernhaus wissen sollte

Die Diskussion, die am Donnerstag im Stadtrat geführt wird, hat verschiedene Anfänge und erlebt unerwartete Beiträge.

Die Ursache: Das Haus ist sanierungsbedürftig. Die Oper ist in die Jahre gekommen, das zeigt sich im Moment vor allem bei der Bühnentechnik. Die Computer sind so alt, dass es dafür keine Ersatzteile mehr gibt und die Programme nicht mehr aktualisiert werden können. Außerdem müssten die hydraulischen Bremsen für die Züge mal gegen elektrische Bremsen ausgetauscht werden. Für die Sanierung hat der Kulturausschuss im Frühjahr 2,4 Millionen Euro bewilligt, die kurzfristige Ausschreibung brachte aber keine brauchbaren Angebote ein. Deshalb konnte die Spielzeitpause der Oper im Sommer nicht für die Sanierung genutzt werden.

Die Folge I: Die Oper steht vor einer heiklen Spielzeit. Zum Ende der vergangenen Saison wurde sehr anschaulich, was der Sanierungsbedarf praktisch bedeutet: Vorstellungen fielen aus oder mussten konzertant vor dem Vorhang gegeben werden. Das kann nun immer wieder passieren, bis in der nächsten Sommerpause voraussichtlich die Sanierungsarbeiten stattfinden.

Die Folge II: Die Stadt diskutiert über eine neue Oper, weil manche einen Dauersanierungsfall fürchten. Einige Politiker rechnen damit, dass in Zukunft häufiger Probleme im denkmalgeschützten Gebäude an der Heinrich-Heine-Allee auftreten und regelmäßig Investitionen erforderlich sein werden. Deshalb tauchen immer wieder Vorschläge auf, welche Alternativen es zur Sanierung des bestehenden Gebäudes gibt. Die Ideen reichen von einer Oper an einem anderen Ort in der Stadt (zum Beispiel im Hafen) bis zum Neubau am jetzigen Standort.

Zu letzterem hat das Büro „Projektschmiede“ des Architekten Jan Hinnerk Meyer und des Kaufmanns Hagen Lippe-Weissenfeld (früher Kunstsammlung) pünktlich zur Diskussion im Stadtrat mit Animationen auf sich aufmerksam gemacht. Die Bilder zeigen ein architektonisch interessantes Gebäude am Rande des Hofgartens. Die Projektschmiede will den Vorschlag als Belebung der Debatte verstanden wissen. Der Entwurf ist für die Wirklichkeit noch kein belastbarer Vorschlag. Sollte sich die Politik irgendwann für einen Neubau entschließen, würde es einen Wettbewerb und eine Ausschreibung geben. Erst dann stünde fest, wie der mögliche Neubau tatsächlich aussehen würde.

Aktueller Anlass: Die CDU hat eine Idee und keine Mehrheit im Stadtrat. Die Christdemokraten beantragen im Stadtrat, dass es ein internationales Symposium gibt, in dem es um Architektur, Raumbedarf, Technik und Besucherwünsche gehen soll. Ob die CDU die Fraktionen der Ampelkooperation von diesem Gedanken überzeugt, ist offen. Alleine besitzt sie keine Mehrheit.

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