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Was die Politik in Düsseldorf zur Torfbruchstraße sagt

Verkehr in Düsseldorf : Wieder Ärger um die Torfbruchstraße

CDU und FDP fordern Abbruch des Verkehrsversuchs. Grüne wollen Testphase abwarten und dann Pro und Contra abwägen.

Der Verkehrsversuch auf der Torfbruchstraße hat für viel Wirbel gesorgt, was nicht unbedingt an dem provisorisch angelegten Radweg liegt, sondern vor allem an den Leipziger Kombispuren (nur für Radfahrer und Abbieger) an der Kreuzung Torfbruchstraße/ Dreherstraße. Da jeweils nur noch eine Geradeausspur zur Verfügung steht, kommt es zu längeren Rückstaus, in denen auch der Bus steht.

CDU und FDP hatten bereits im Vorfeld der heutigen Bezirksvertretung 7 (24. Januar, 17 Uhr, Rathaus Gerresheim) angekündigt, die Maßnahme rückgängig machen zu wollen. In der Tat wurden jetzt entsprechende Anträge formuliert. Die CDU will, dass die Kombispur stadtauswärts sofort wieder aufgehoben und die Zweispurigkeit für ÖPNV und motorisierten Individualverkehr an der Kreuzung wiederhergestellt wird. Dramatisch habe sich der Verkehrsfluss (1500 Kfz in der Spitzenstunde) auf der Torfbruchstraße vom Pöhlenweg Richtung Glasmacherviertel mit der Markierung von Schutzstreifen für Radfahrer und der Änderung der Verkehrsführung im Knotenpunkt Torfbruchstraße und Dreherstraße seit November 2022 verschlechtert. Das gelte auch für die Buslinien M1, 730 und 733 wie für den Individualverkehr, „der zudem zu einer Lärm- und Abgasbelastung für die Anwohner im Staubereich zwischen Dreherstraße und Josef-Neuberger-Straße und darüber hinaus geworden ist“, erklärt Martin Klein.

Auch die FDP fordert, schnellstmöglich wieder beide Fahrspuren auf der Torfbruchstraße an der Kreuzung Dreherstraße für die geradeaus fahrenden Kfz freizugeben. Dies soll noch vor Beendigung der sechsmonatigen Testphase geschehen, um die Situation schnellstmöglich zu entschärfen. Zuspitzen werde sich die Situation spätestens noch einmal, wenn die Ludenberger Straße für den Umbau der Haltestelle zeitweise gesperrt und der Verkehr über Gerresheim umgeleitet werde, fügen André Kiel und Julian Deterding in ihrem Antrag hinzu.

Ganz anders bewerten die Grünen die Situation: Sie wollen, dass die Testphase abgewartet und im Anschluss eine belastbare Evaluierung der Folgen für ÖPNV und motorisierten Individualverkehr erfolgen soll. Dabei sollen die Gesamtfahrtzeiten beider Fahrtrichtungen von den Knotenpunkten Ludenbergerstraße/ Pöhlenweg bis Torfbruch-/ Ecke Heyestraße vor und nach der Einrichtung der „Leipziger Spur“ unter Einbeziehung externer Services wie „TomTom Traffic Stats” bewertet werden.

Sollten die Ergebnisse dieser Evaluierung eindeutig verlängerte Fahrtzeiten bei vergleichbaren Gesamtverkehrsbedingungen darstellen und die Leipziger Spur zur Kapazitätserhöhung der Kreuzung zurückgebaut werden, müsse unbedingt die Sicherheit des Radverkehrs auf andere Weise gewährleistet werden – etwa durch eine Verlegung der Radspur auf den Bürgersteig, heißt es in dem Antrag der Grünen, die nicht ausschließen wollen, dass sich der Stau lediglich verschoben, aber nicht zwingend zugenommen habe und die Gesamtfahrtzeiten daher auch nicht länger geworden seien.