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Warum der Freizeitpark Düsseldorf-Heerdt auch im Regen Spaß macht

Freizeit : Ein schöner Tag im Freizeitpark Düsseldorf-Heerdt

In dieser Kategorie finden sich meist fröhliche Reportagen über Orte in Düsseldorf, die einen Besuch wert sind. Die Ausgangslage erwies sich dieses Mal aber als schwierig. Umso beeindruckender ist das Ergebnis des Besuchs: Trotz schlechter Laune und miesen Wetters hat der Freizeitpark Heerdt voll überzeugt.

Die Stimmung ist am Tiefpunkt. Keine gute Ausgangslage für einen Ausflug auf den Spielplatz. Nicht nur die Laune der Testkinder ist im Keller, auch das Wetter ist miserabel. Grau, kalt, nass und noch dazu windig. Flexibilität steht aber heute leider nicht auf dem Programm. Durchziehen statt Nörgeln heißt es jetzt. Und Floskeln werden zum Mantra. Wir sind schließlich alle nicht aus Zucker.

Zuletzt waren die Kinder vor knapp einem Jahr im Freizeitpark Heerdt. Damals standen ringsherum Bauzäune. Die waren allerdings an einigen Stellen geöffnet, so dass die Kinder Teile des Areals schon mal testen konnten.

 Der neun Meter hohe Rutschturm ist für die Kinder der Höhepunkt des Parks.
Der neun Meter hohe Rutschturm ist für die Kinder der Höhepunkt des Parks. Foto: Ines Arnold

Nur wenige Wochen nach diesem Besuch war die Anlage vom Gartenamt dann nach einjähriger Bauzeit offiziell eröffnet worden. Der neu gestaltete Freizeitpark Heerdt wurde gar als Leuchtturmprojekt des Masterplans Kinderspielplätze bezeichnet. 630 000 Euro waren in die Gestaltung der 3,5 Hektar großen Fläche geflossen, davon wurden 70 Prozent vom Land gefördert.

Die Sanierung war bitter nötig. Einst auf einer stillgelegten Mülldeponie entstanden, war der Freizeitpark in den 1980-Jahren und frühen 90er-Jahren zwar ein wahres Schmuckstück in dem ansonsten recht dicht bebauten und industriell geprägten linksrheinischen Heerdt. Mit den Jahren aber wurde das Familienparadies zunehmend sanierungsbedürftig. Zahlreiche marode Spielgeräte wurden abgebaut und nicht wieder ersetzt. Im Mai 2018 rollten dann die Bagger an.

 Der Blick vom Rutschturm auf den Kletter- und Balancierparcours.
Der Blick vom Rutschturm auf den Kletter- und Balancierparcours. Foto: Ines Arnold

Zurück zum miesen Wetter, für das der Freizeitpark Heerdt aber nun mal wirklich nichts kann. Zum Wind und der feuchtkalten Luft mischt sich noch ein Nieselregen, der aber schon gar nicht mehr auffällt. Ist die Nasenspitze erst mal taub, stört sie sich auch nicht mehr an dem heruntertropfenden Wasser. Beim Betreten des leeren Freizeitparks nimmt die Stimmung eine überraschende Wendung. Wie auf ein Startsignal rennen die Kinder beim Anblick des roten Rutschenturms los. Auch der gerade einsetzende leichte Hagel kann sie nicht davon abhalten, den Park zu stürmen.

Währenddessen verschanzt sich der Zweijährige unter dem Dach der kleineren Version des roten Rutschenturms im Kleinkinderbereich, der links vom Eingang liegt. Dort stehen eine Zweier-Schaukel (eine davon mit Babysitz) und ein altersgerecht und farbenfroh gestalteter Kletter-Rutschturm mit Wackelbrücke. Schräg gegenüber ist ein weiterer, großer Sandbereich mit barrierefreier Wassermatschanlage und einer langen Holzraupe, die auf gelben Sprungfedern steht. Auch an Sitzmöglichkeiten für Eltern mangelt es nicht. Rundherum sind Bänke aufgestellt worden. Und auch wenn es heute sehr viel Fantasie benötigt, um sich einen Ausflug bei Sonnenschein vorzustellen: Auf den riesigen Wiesenflächen findet garantiert jeder Platz für seine Picknickdecke.

 Der Pavillon am Eingang des Parks ist zwischen April und Oktober geöffnet.
Der Pavillon am Eingang des Parks ist zwischen April und Oktober geöffnet. Foto: Ines Arnold

Das Herzstück des Parks ist aber der weitläufige Kletterparcours mit seinen gelben Pfeilern: Über Seile, Brücken und Balken können Kinder balancieren, springen, tänzeln. Und wenn sie mal abstürzen, landen sie im weichen Sand. Gleich nebenan steht eine von mehreren Seilbahnen im Park. Von der Holzplattform, die als Startrampe dient, können sich die Kinder auf den schwarzen Sitz schwingen und dem Seilspanner entgegensausen.

Die verschiedenen Ebenen sind miteinander verbunden

 Die Minigolfanlage kann ab April kostenlos genutzt werden.
Die Minigolfanlage kann ab April kostenlos genutzt werden. Foto: Ines Arnold

Was den Kindern besonders gut am Park gefällt, sind die Höhenunterschiede. Vom Balancier-Parcours geht es über mehrere Ebenen nach oben zum neun Meter hohen Rutschenturm. Die Treppen, die von Ebene zu Ebene führen, sind von sandfarbenen Kletterfelsen eingerahmt. Oben auf der höchsten Stelle des Parks hat man den Überblick: Sieben Grillplätze gibt es an der Stirnseite des Parks in Richtung Brüsseler Straße. Sie bestehen aus runden Beton-Tischen, in deren Mitte ein quadratisches Loch eingelassen ist. Bei Buchung der Grillplätze gibt es am Eingang gegen Pfand den passenden Grillrost, der in den Tisch eingesetzt wird. Kosten entstehen nicht.

Auf der anderen Seite des Rutschenturms in Richtung Aldekerkstraße liegt der Minigolfplatz, der nicht nur wegen des grauen Himmels einen recht trostlosen Eindruck macht. Die Bahnen sind teilweise kaputt und haben Risse. Auch die hoch eingezäunten Bolzplätze und die eisernen Basketballkörbe sehen etwas traurig aus, erfüllen aber ihren Zweck.

Der Pavillon am Eingang des Parks ist zurzeit geschlossen. Von April bis Oktober können dort Schläger und Bälle für den Minigolfplatz sowie Grillrost für den Grillplatz ausgeliehen werden. Sogar Toiletten sind vorhanden, aber auch sie sind nur in der Saison von April bis Oktober geöffnet, dann täglich von 7 bis 20 Uhr. Für Minigolf- und Grillplatz steht die Saison ebenfalls noch bevor: Die Minigolfanlage kann ab April mittwochs bis sonntags von 13 bis 20 Uhr kostenfrei genutzt werden. Die Grillplätze sind mittwochs bis freitags von 7 bis 21 geöffnet; samstags, sonntags und feiertags: von 12 bis 21 Uhr. Die Reservierung erfolgt über das Gartenamt.

Am Ende des Ausflugs bleiben zwei Erkenntnisse: Es gibt durchaus schlechtes Wetter und falsche Kleidung. Und: Der Freizeitpark Heerdt macht sogar im Regen Spaß.