W-Lan in 42 Düsseldorfer Rheinbahn-Bussen - So gut funktioniert das neue Angebot

W-Lan in 42 Düsseldorfer Rheinbahn-Bussen - So gut funktioniert das neue Angebot

Die ersten Busse der Rheinbahn sind mit der W-Lan-Technik ausgestattet, 38 folgen in Kürze. Unsere Redaktion hat das Angebot getestet.

Düsseldorf. Der erste Versuch mit dem Smartphone klappt sofort. Ein Blick in die W-Lan-Einstellungen, die Kennung „_Rheinbahn WLAN“ angetippt und schon erscheint die Startseite der Rheinbahn. Wer nun das Feld „Weiter zum Surfen“ antippt, ist schon gratis mit dem Internet verbunden, problemlos lassen sich Mails oder Nachrichtenseiten aufrufen.

Foto: ale

42 ihrer Busse hat die Rheinbahn nun mit Routern samt schneller LTE-Anbindung bestückt, 38 sollen in den nächsten Wochen folgen. Als sechsmonatiger Test ist das Ganze vorerst angelegt. „Aber wir rechnen mit positiver Resonanz unserer Kunden“, sagt Rheinbahn-Chef Michaels Clausecker. Und wenn das so kommt, sei es auch gut möglich, dass die gesamte Flotte mit dann 430 Bussen nachgerüstet werde.

Für die Bahnen ist das bislang aber nicht geplant — laut Clausecker vornehmlich aus zwei Gründen. Zum einen seien die Kosten zu hoch. Während der Einbau in einen Bus 2000 Euro koste, müsse bei Bahnen mit dem zehnfachen Betrag gerechnet werden — auch wegen höherer Gerätekosten, die sich Clausecker allerdings nicht ganz erklären, wie er durchblicken lässt. Die Betriebskosten liegen übrigens bei 1000 Euro pro Bus.

Der zweite Grund ist ein strategischer. „Bahnen werden von unseren Kunden als höherwertiges Angebot wahrgenommen. Dadurch, dass wir Busse nun mit W-Lan, USB-Steckdosen, Klimaanlagen und Ledersitzen ausstatten, wollen wir auch hierfür mehr Menschen erreichen.“

Zur Verfügung stellt die Technik (vor allem einen Router mit mehreren W-Lan-Antennen) der Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Hans Martin Czermin, Senior Vice President B2B, verspricht einen „schnellen und verlässlichen Internetzugang“, der auch durch die gute Netzabdeckung (der Telekom) zustande komme. Durch Unitymedia als Dienstleister umgeht die Rheinbahn auch das Problem der so genannten Störerhaftung. Das heißt, die Rheinbahn kann nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn über das angebotene Netz im Internet Straftaten begangen werden.

Das W-Lan-Angebot ist dennoch vorerst kaum eingeschränkt. Sogar Streaming soll möglich sein. Die Geschwindigkeit hängt jedoch davon ab, wie viele Nutzer gleichzeitig im Netz sind. „Wir wollen jetzt über das Nutzerverhalten Erkenntnisse sammeln und unser Angebot den Bedürfnissen nach und nach anpassen“, sagt Czermin.

Doch eines stellt er jetzt schon klar. „Wir werden es natürlich nicht dulden, wenn das Angebot missbraucht wird.“ Dauernutzung ist etwa nicht möglich, nach einer Stunde Surfen am Stück ist etwa erst einmal Schluss. „Auch andere Formen des Missbrauchs werden durch das Daten-Management von Unitymedia begrenzt“, sagt Clausecker.