Vorwurf: Ließ Mercedes seine eigenen Mitarbeiter spionieren?

Vorwurf: Ließ Mercedes seine eigenen Mitarbeiter spionieren?

Autohersteller soll Mitarbeiter per Detektei überprüft haben, zahlte diese dann nicht.

Düsseldorf. Viel ist nicht herauszubekommen über den Fall, der am 25. Oktober das Landgericht beschäftigen sollte. Dabei klingt die Geschichte nach einem handfesten Skandal: Nach Medienberichten sollen die Mercedes Benz-Niederlassungen in Düsseldorf und Duisburg ihre eigenen Mitarbeiter von einer Wuppertaler Detektei ausspioniert haben lassen. Diese sollte ermitteln, ob Mitarbeiter des Autoherstellers neben ihrem eigentlichen Job zusätzlich nicht genehmigten Nebentätigkeiten nachgehen würden.

Im Fokus sollen vor allem Werkstattmitarbeiter aus Düsseldorf und Kollegen aus dem Duisburger Lackierzentrum gestanden haben. Doch damit nicht genug: Nachdem sich die Detektive zwischen März und April 2012 an die Arbeit gemacht hatten, forderte die Agentur eine Summe von 55 000 Euro als Honorar. 20 000 Euro davon wurden von dem Autobauer bezahlt, 30 000 Euro blieben jedoch offen. Diese wollte die Detektei nun vor dem Düsseldorfer Landgericht einklagen. Doch dazu kommt es wohl nicht.

Bei einer Nachfrage an die Detektei stellte sich nämlich heraus, dass die Daimler AG Freitag eine außergerichtliche Einigung vorgeschlagen haben soll. Daher könne in Wuppertal nichts weiter zu dem Fall gesagt werden.

Ähnlich klingt es aus der Daimler-Zentrale in Berlin. Auch hier könne man in Hinblick auf laufende Gespräche nichts weiter zur Klärung des Falls beitragen. Zumindest bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens aber bereits Donnerstag, dass man mit der Detektei aus Wuppertal zusammengearbeitet habe — allerdings nicht ohne Grund.

Grundsätzlich greife das Unternehmen aber nur in begründeten Ausnahmefällen zu solchen Maßnahmen. Weil hier ein konkreter Verdacht gegen einen oder mehrere Mitarbeiter vorgelegen habe, sei das Unternehmen an die Detektive herangetreten.

Das Gericht bestätigte Freitag gegenüber der WZ die Gesprächsbereitschaft beider Parteien. Die Verhandlungen seien abgesagt worden. Mehr könne man zu diesem Zeitpunkt jedoch auch nicht sagen.

Immerhin: Mercedes ließ nun mitteilen, dass sich der Verdacht gegen die Mitarbeiter nicht bestätigt habe. „Alle Kollegen sind weiterhin bei uns beschäftigt“, so Sprecherin Konstanze Fiola.

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