Vorfahrt für Elektroautos: Freies Parken an allen Automaten

Verkehr : Vorfahrt für Elektroautos: Freies Parken an allen Automaten

Rund 12 000 Parkplätze können kostenlos genutzt werden. Das Angebot gilt auch für Besucher aus dem Umland. 

Ob die Öko-Bilanz von Elektro-Fahrzeugen tatsächlich dem Umweltschutz nützt, darüber streiten sich die Experten heftig. In Düsseldorf haben mit Strom angetriebene jedenfalls seit Donnerstag Vorfahrt. Sie dürfen kostenlos die 12 000 Parkplätze nutzen, für die  andere Autofahrer Parkscheine ziehen müssen. Umweltdezernentin Helga Stulgies stattete den Parkscheinautomaten an der Liefergasse mit dem ersten Aufkleber aus, auf dem für das neue Angebot geworben wird. „Wir wollen in Düsseldorf Vorreiter sein“, kündigte die Beigeordnete an.

Kostenlos parken dürfen ab sofort Elektrofahrzeuge mit Batteriebetrieb, mit Brennstoffzellen angetriebene Autos und Hybrid-Fahrzeuge, die von außen aufgeladen werden können, so genannte „Plug-in-Hybride“: Dass die mit einer Batterie betriebenen Autos momentan durchaus umstritten sind, sieht auch die Umweltdezernentin ein: „Ich halte auch die Technologie mit Brennstoffzellen langfristig für die bessere Lösung. Aber das sind wir noch nicht so weit. Aller Anfang ist schwer.“

Von den rund 310 000 in Düsseldorf angemeldeten Fahrzeuge sind bisher nur 1200 Elektro-Autos. Die städtische Lebensqualität könne aber deutlich steigen, wenn die Zulassungszahlen steigen, so Stulgies: „Verkehrsbedingte Luft- und Lärmbelastungen lassen sich erheblich reduzieren.“ Mit Strom aus erneuerbaren Energien sei ein Fahren nahezu ohne Kohlendioxid-Ausstoß möglich. Da das Anmeldeverfahren für die Besitzer von E-Autos rein digital erfolge, werde nicht einmal Papier verbraucht.

300 Anmeldungen sind schon da: Sogar aus den Niederlanden

Das neue Angebot richtet sich nicht nur an Düsseldorfer, sondern auch an Besucher aus dem Umland. Das Interesse sei riesig, es gibt schon rund 300 Anmeldungen, sogar aus den Niederlanden. Allerdings dürfen auch die E-Autobesitzer ihre Autos nicht den ganzen Tag abstellen. Stulgies: „Für sie gilt das Gleiche wie für alle anderen auch. Eine halbe Stunde können sie zum Beispiel an der Königsallee parken, fünf Stunden in den Außenbezirken.“

Drei Schritte sind erforderlich, um sich für das kostenlose Parken registrieren zu lassen. Zunächst muss der Fahrzeugschein eingescannt oder fotografiert und per E-Mal an elektrofahrzeugparken@duesseldorf.de geschickt werden. Dazu benötigt das Umweltamt den Namen des Fahrzeughalters, die Anschrift und die E-Mail-Adresse. Helga Stulgies: „Nach einer Woche ist das kostenlose Parken dann freigeschaltet.“ Die Antragsteller werden per E-Mail darüber informiert.

Um das kostenlose Parken zu aktivieren, kann eine Travi-Pay-App genutzt werden. Diese können sich die Autofahrer über einen Appstore auf das Smartphone hochladen. Als Alternative dazu  kann auch eine SMS an die Kurzwahlnummer geschickt werden, die auf den Parkscheinautomaten angegeben ist. Der zeigt dann auch die Höchstparkdauer an.

Die Stadt selbst will auch in Sachen Elektromobilität Vorbild sein. Zum städtischen Fuhrpark gehören zurzeit 37 Elektrofahrzeuge. Weitere E-Fahrzeuge sind bereits bestellt.

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