Von den Golfplätzen der Welt in die Düsseldorfer City

Von den Golfplätzen der Welt in die Düsseldorfer City

Alexander Töpfer war Golfprofi und hoffnungsvolles Talent. Er spielte mit den Großen, bis die Bandscheibe versagte. Heute verkauft er Golfschläger in der Innenstadt.

Düsseldorf. Alexander Töpfer war Deutscher Meister und holte alle Amateurtitel, die es zu gewinnen gibt. Er siegte bei mehreren Turnieren auf der European Challenge Tour und der amerikanischen Satellite Tour der Golfprofis.

Zweimal schaffte er es zu den British Open - dem größten Golfturnier der Welt. Dort spielte er gegen die Legenden Bernhard Langer und Jack Nicklaus. "Es war toll, den Nicklaus beim Warmschlagen zu beobachten, auch wenn er schon am Ende seiner Karriere war", erzählt Töpfer.

Heute ist er der Herr der Schläger im Golfhouse an der Bahnstraße und lässt die Kunden an seinem Fachwissen teilhaben, das er in 21 Jahren als Golfspieler erworben hat.

Bis zu einem doppelten Bandscheibenvorfall 2002 galt Töpfer als eines der größten deutschen Talente. "Es passierte beim Abschlag im Turnier zur Deutschen Meisterschaft", erinnert er sich.

"Ich wusste, das war es nicht nur für diese Runde, sondern überhaupt." Mit 27 Jahren war die Profikarriere beendet, der Traum, auf der European Tour - der höchsten Turnierrunde Europas - zu spielen, ausgeträumt.

Dass es überhaupt soweit kam, war dabei reiner Zufall. Als die Eltern den damals sechsjährigen Alexander zum ersten Mal mit in den Bad Godesberger Golfclub nehmen, ist der vom "Ballgekuller" seiner Erziehungsberechtigten wenig begeistert.

"Ich dachte, was die da machten, sei Golf und das fand ich langweilig", erzählt der heute 35-Jährige lachend. Dementsprechend wenig begeistert war der Junge, als ihn seine Eltern auf das German Masters nach Hubbelrath mitnahmen. "Aber als ich dort gesehen hab’, wie die Profis die Bälle schlagen, wollte ich das auch lernen."

Mit den alten abgesägten Schlägern seines Vaters beginnt er zu trainieren, wird erst in die Landes-, später in die Bundesauswahl berufen. Mit 19 Jahren wird er Profi. "Von da an war ich nur unterwegs und spielte mindestens zwei Turniere im Monat."

Durch Sponsoren und Preisgelder lebt Töpfer das erhoffte Profileben, trifft Stars und Vorbilder. "In Nizza traf ich Ende der 80er mit der deutschen Mannschaft Boris Becker. Er schielte zu uns rüber, weil wir die Jacken mit der Deutschlandfahne trugen", erzählt er lebhaft. "Da kamen wir ins Gespräch, weil er auch gerade mit Golf begonnen hatte. Er schaute richtig zu mir auf, weil ich etwas konnte, das er gerade lernen wollte. Dabei war er immer mein sportliches Vorbild."

Außer Pete Sampras habe er aber noch keinen Tennisspieler getroffen, der gut golfen könne. "Der hat mir mal erzählt, dass er nach seiner Karriere kein Tennis mehr gespielt hat. Das versaut den Schwung." Umso besser seien da die Hollywoodstars auf dem Grün. "Ich spielte in Kalifornien und nebenan startete ein Promiturnier. Da standen Clint Eastwood neben Kevin Costner."

Auch nach der Karriere lässt der Sport Töpfer nicht los. Er macht den Trainerschein und unterrichtet als Privatlehrer. Dazu kommt der Vollzeit-Job im Golfhouse. "Hinter den größten Trainern steht eine abgebrochene Spielerkarriere", sagt er lächelnd.

Profitrainer möchte er aber nicht werden. "Die Bedingungen in Deutschland sind zu schlecht. Man hat nur sechs gute Monate und zu wenige Plätze", meint er. "Darum gibt es auch keinen großen Nachwuchs."

Er selbst steht nur noch abends und an den Wochenenden auf dem Platz. "Ab 50 darf ich auf der Senior Tour mitspielen, das macht der Rücken noch mit", sagt Töpfer zuversichtlich.