1. NRW
  2. Düsseldorf

Vom Pfarrsaal bis zum Biwak: So feierten die Jecken

Karneval : Vom Pfarrsaal bis zum Biwak: So feierten die Jecken

Beim letzten Sitzungswochenende gaben die Narren noch einmal Gas. Biwak der Garden lockte bei dem schönen Wetter viele Zuschauer an.

Das letzte Sitzungswochenende vor den tollen Tagen ist nun auch Geschichte. Überall wurde gefeiert. In den Sälen, in den Pfarrkirchen und natürlich auch bei den Biwaks.

Die Handwerker feierten in der Rheinterrasse

Viele Vereine klagen darüber, dass sie die Karten für ihre Veranstaltungen nicht verkauft bekommen. Bei der Düsseldorfer Handwerker-Sitzung sieht das aber ganz anders aus. Zweimal wurde im kleinen Rheingoldsaal mit 330 Jecken gefeiert, doch nun, beim dritten Mal, zog man um in den großen Radschlägersaal. Und auch hier vermeldeten Organisatoren mit knapp 800 Jecken ein ausverkauftes Haus. Das freut natürlich die Tonnengarde Niederkassel und die Spiesratze, die diese Sitzung organisieren. Aber das Programm war auch klasse, so dass sofort Stimmung aufkam. Dafür sorgten direkt zu Beginn Druckluft, eine Brass- und Performanceband aus Bonn. Für die ersten Lacher waren Ernst und Willi zuständig, die sich im lustigen Zwiegespräch selbst auf die Schippe nahmen. Auch die Übersetzung von Dornröschen ins Rheinische war ein großer Spaß.

Auf Tingel-Tangel-Tour
mit dem AVDK

Es gibt nur 17 aktive Mitglieder beim AVDK, aber die stellen einiges auf die Beine. Der Närrische Dienstag ist die größte Einzelveranstaltung in der Stadt und seit fünf Jahren geht man einen Samstag während der Session auf Tingel-Tangel-Tour wie Präsident Stefan Kleinehr den Ausflug der Garde nennt. Morgens um 11 Uhr trifft man sich zum Frühstück und dann geht es nach Neuss in ein Seniorenheim, um Willy Horn, ein ehemaliges Elferrats-Mitglied zu besuchen.  „Das ist immer ein Spaß für alle Bewohner, wenn wir dort mit der Kapelle auftauchen“, sagt AVDK-Präsident Stefan Kleinehr. Danach ging es zum Biwak der Gerresheimer Bürgerwehr. Doch da staunten die Besucher nicht schlecht, denn hier hatte der AVDK die Kölner Prinzengarde im Schlepptau. Und die kam mit etwa 150 Mann vorbei. „Wir haben extra schönes Wetter mitgebracht“, meinte Kommandant Marcel Kappstein. Worauf ein Jeck süffisant meinte: „Jetzt denken die Kölner schon, dass sie auch für das Wetter verantwortlich sind.“

Anschließend  ging es mit den Kölnern in die Altstadt. Dort zogen sie mit dem Neusser Bundesfanfarencorps, der Düsselforfer Bürgerwehr, der KakaJu und der Doe-Mar-Wa-Kapelle aus den Niederlanden mit viel TamTam durch die Straßen. Viele Besucher in der der proppevollen Altstadt zückten ihre Handys und machten Fotos. Mit Musik von DJ Oliver Decker fand der Tag seinen Ausklang in der Brauerei Schumacher.

Klein aber fein ist der Pfarrkarneval in St. Lambertus

Wer denkt, man braucht immer die großen Säle, um schwungvoll feiern zu können liegt zumindest bei der Pfarrgemeinde St. Lambertus völlig falsch. Die etwa 160 Jecken im ausverkauften Pfarrsaal, unter ihnen auch Stadtdechant Ulrich Hennes, hatten richtig viel Spaß. Und obwohl der Eintritt nur 9,99 Euro kostete, war das Programm beeindruckend. Denn mit Tim Becker hatte man einen Bauchredner engagiert, der schon einige Male im TV zu sehen war und für gute Laune sorgte. Sitzungsmoderator Detlef Hütten feierte sein  Jubiläum zwei mal elf Jahre als Sitzungspräsident. „Aber ohne Sponsoren könnten wir so eine Sitzung nicht ausrichten. Die KG Till’s Freunde schenkt uns immer einen Programmpunkt und der Blumenladen der Familie der Venetia Sabine Ilbertz beschert uns die Blumendekoration.“ Zudem übernehmen Gemeindemitglieder die Versorgung mit Getränken bei der Sitzung. Auch Venetia Sabine hat als kleines Kind bei der Gemeinde Karneval gefeiert. „Damals bin ich mit einem kleinen Jungen durch den Saal getobt, der als Dompteur verkleidet war.“ Und Gregor Vollmer, so heißt der junge Mann, saß auch wieder im Publikum und überreichte der Venetia einen Blumenstrauß.“

Partystimmung bei den Närrischen Wehrhähnen

Megastimmung auch bei den Närrischen Wehrhähnen im Henkel Saal. Dort sorgte „Et Zweijestirn“ mit lustigen Liedern über prominente Politiker für Lacher. Was allerdings der Song „Sexbomb“ auch nur im entferntesten mit der Kanzlerin zu tun hat, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Für Horst Seehofer gab es immerhin noch das Lied „Laune der Natur“.  Musikalisch waren die Fetzer und die Swinging Funfares das Highlight der Veranstaltung.

Bunte Uniformen beim Biwak der Prinzengarde Rot-Weiss

Im Vorjahr stand die Prinzengarde Rot-Weiss bibbernd und frierend bei Schneetreiben auf der Bühne. Doch in diesem Jahr konnte es schöner nicht sein. Traumwetter und Temperaturen bis 16 Grad. 14 Garden kamen zum Biwak und präsentierten ihr Programm. Kommandant Marco Bätzel war begeistert: „Unser Biwak ist das größte Gardetreffen im Rheinland. Wir haben so viele Anfragen, können aber gar nicht alle bedienen. Viele kommen schon seit Jahrzehnten her. Deshalb ist dies auch ein Treffen von Freunden. Zu vielen anderen Vereinen fahren wir ja auch.“