Düsseldorf Volkskrankheit Herzinfarkt: Netzwerk für mehr Vorsorge

Düsseldorf. Gerne möchte Düsseldorf zur Healthy City werden, eine Stadt mit starken Gesundheitsbewusstsein, aber auch mit sozialem Engagement. Ein Antrag liegt längst bei der Weltgesundheitsorganisation.

Das Kompetenznetz Herz (v.l.): Ursula Kirchhoff ( Herzstiftung), Ernst Vester (EVK), Michael Klein (Augusta-Krankenhaus), Malte Kelm (Uniklinik) , Markus Wies (Hausarzt) und Klaus Göbels (Gesundheitsamt).

Das Kompetenznetz Herz (v.l.): Ursula Kirchhoff ( Herzstiftung), Ernst Vester (EVK), Michael Klein (Augusta-Krankenhaus), Malte Kelm (Uniklinik) , Markus Wies (Hausarzt) und Klaus Göbels (Gesundheitsamt).

Foto: dpa/JM

Ebenfalls seit langem hat der Kardiologie-Chef des Universitätsklinikums, Malte Kelm, ein „Kompetenznetz Herz“ vor Augen. Seine Mission für die Vereinsgründung sind „beispielhafte Qualitätsstandards im Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin in Düsseldorf“, wichtiger Bestandteil: Prävention. Ein erster Schritt ist der Aktionstag Herz am Samstag rund um den Schadowplatz.

Die drei Kardiologie-Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Gesundheitsamt, Deutsche Herzstiftung und die Feuerwehr, Einrichtungen zur Rehabilitation, aber auch die Kassen machen mit. Danach geht es nicht nur um die schnelle Behandlung akuter Krankheiten, sondern um mehr Vorsorge. Als Beispiele nennt der neue Verein die Verwendung von automatisierten Defibrillatoren durch Laien, bessere Vorsorge in den Schulen mit Infos zu Ernährungsfragen und zum Lebensstil der älteren Menschen.

Zum Aktionstag auf dem Schadowplatz darf jedermann in einem übergroßen Herz spazieren gehen, um überhaupt zu erfahren, was Herzkammern, Herzklappen oder Aorten sind. Erklärungen liefern nicht nur Dong-In Shin vom Leitungsteam des Universitäts-Klinikums, sondern auch niedergelassene Ärzte und Mitglieder des Vereins.

Menschen müssen die Warnsignale im Körper selbst erkennen, also aktive Patienten sein. Kelm nennt die Symptome, die einen Herzinfarkt ankündigen, wie den akuten Druck in Brust und Schultern, Übelkeit, Atemnot, Schweißausbruch und Todesangst. Beschwerden beim Treppensteigen oder beim Sport sind Warnsignale.

Eine Warnung an alle: Jeder dritte Herzinfarkt-Patient ist tot, bevor er die Klinik erreicht hat. Deshalb spielen die logistischen Abläufe vom Notarztwagen bis zum Katheder-Labor eine wichtige Rolle. Zwischen beidem sollten nicht mehr als 60 Minuten liegen. Auch dafür ist das neue Netzwerk gut.

Der Aktionstag gilt vor allem der Prävention. Wer die fette Wurst und die Zigarette liegenlässt, hat für sein Herz schon viel getan. All diese Fakten werden am Samstag auf dem Schadowplatz und in den beiden Hörsälen im Haus der Universität diskutiert. Ernst G. Vesper (EVK) etwa wird über Sport und Sex nach dem Herzinfarkt berichten. Rolf Michael Klein (Augusta-Krankenhaus) über die Gefahren durch Bluthochdruck.

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