Reportage: Vier Dinge, die den Japantag in Düsseldorf so besonders machen

Reportage : Vier Dinge, die den Japantag in Düsseldorf so besonders machen

Hunderttausende strömen zum Japantag nach Düsseldorf. Unser Autor hat sich ins Getümmel geschmissen und herausgefunden, was diesen Tag so besonders macht.

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p class="text"><h2>Die Menschen

An keinem Tag des Jahres sind Düsseldorfs Straßen bunter gefüllt als am Japantag. Hunderttausende Japan-Fans pilgerten auch in diesem Jahr an die Rheinpromenade. „An keinem anderen Tag sehe ich so viele Menschen, die so friedlich miteinander umgehen“, sagt Dimitris Georgiou, der in Cosplay-Verkleidung des japanischen Mangas Gin Tama zum dritten Mal den Japantag besucht.

Die friedliche Stimmung mache den Tag so besonders, „da jeder Besucher heute so kommen kann, wie es ihm gefällt“, sagt Georgiou. Für den 22-Jährigen gibt es nichts spannenderes, als sich mit anderen Cosplayern über Kostüme und Inspirationen auszutauschen. Auch Cosplayerin Kamila Chiffre lernt an diesem Tag so viele Gleichgesinnte kennen, wie an keinem anderen: „Ich verpasse keine Cosplay Veranstaltung. Der Japantag ist da schon das Highlight. Besonders freut man sich, wenn man jemanden trifft, dessen Verkleidung zur eigenen passt.“

In 90 Zelten entlang der Rheinuferpromenade präsentierten Anbieter aus Düsseldorf, Europa und Japan traditionelle Kleidung, Accessoires und Keramik. Für authentische kulinarische Erlebnisse der japanischen Küche sorgten 20 Zelte, an denen Besucher Sushi, Terriyaki oder Nudelsuppe probieren konnten. In diesem Jahr besonders beliebt waren die sogenannten Manchu.

Die Teigklößchen aus Weizen sind mit Gemüse und Fleisch gefüllt. Aber auch der Getränketrend aus Japan mit dem Namen „Bubbletea“ war überall entlang der Promenade zu finden und hat bei den hohen Temperaturen für Abkühlung gesorgt. Für Besucher Thorben Kamphausen ist der Japantag auch immer eine kulinarische Reise durch Japan. „Nur heute kann ich aus einer so großen Vielfalt auswählen und alles einmal ausprobieren. Im Laufe der Jahre habe ich hier schon so einige neue Lieblingsgerichte entdeckt“, sagt der 29-Jährige, der seit fünf Jahren keinen Japantag verpasst hat.

Neben Mangas und Merchandise gab es natürlich auch ein großes Angebot an Aktivitäten und japanischen Künsten, die die Besucher gleich vor Ort ausprobieren konnten. Wie etwa bei der Kimono-Anprobe, bei der Besucherinnen die Gelegenheit hatten, einen echten, traditionellen Kimono zu tragen und darin für ein besonderes Erinnerungsfoto zu posieren. Auch in der japanischen Kalligrafie konnten sich die Besucher probieren und selbst einen Schriftzug zu Papier bringen. Etwas abseits des Getümmels ging es sportlich zu: Am Rheinturm zeigte die Samurai-Gruppe Takeda traditionelle Samurai-Rüstungen, sowie Schwerter und Waffen.

Die Mitglieder des Vereins, allesamt traditionell gekleidet, stellen das Leben im Heerlager eines japanischen Fürsten dar. Der neunjährige Denniz Weißer interessiert sich schon seit langem für Japan und die Samurai. Am Samstag durfte er erstmals den Helm einer traditionellen Samurai-Rüstung aufsetzen: „Es war toll, die Rüstungen und die vielen verschiedenen Schwerter und Waffen zu sehen. Vor allem die Kämpfe zwischen den Samurai haben mir gefallen.“ Beim Verein Kyudo konnten Japan-Fans erfahrenen Bogenschützen dabei zusehen, wie sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellten. Dies ist gar nicht so einfach, sagt Hannelore Heid-Dauner, die bereits seit 20 Jahren Kyudo lernt: „Die Bögen sind sehr anspruchsvoll und es dauert mindestens zwei Jahre, bis man die Technik beherrscht. Man muss sich konzentrieren, dabei kommt man aber sehr zur Ruhe und Gelassenheit.“

Bei der Eröffnungszeremonie auf der Bühne am Burgplatz begrüßten neben Oberbürgermeister Thomas Geisel unter anderem Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Toru Yamaguchi, Präsident des Japanischen Clubs, und Ryuta Mizuuchi, japanischer Generalkonsul in Düsseldorf, die Besucher des Japantags und betonten dabei die enge und lebendige Freundschaft zwischen Japan und Düsseldorf. Im Anschluss eröffneten sie das Fest symbolisch, indem sie gemeinsam ein Sake-Fass anschlugen. Das Highlight des Bühnenprogramms bildete das bi-nationale Orchester. Die japanische Heeres-Zentralband und das Musikkorps der Bundeswehr spielten gemeinsam unter anderem die „Ode an die Freude“, die vor 100 Jahren zum ersten Mal in Japan aufgeführt wurde.

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