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Vereine suchen nach alternativen Trasse für die U81 in Düsseldorf.

Bau der U81 in Düsseldorf : Vereine äußern sich zu Trasse für U 81

Eine Brücke, die über die Rheinwiesen führt, wird abgelehnt. Die Vereine schlagen einen Tunnel oder einen Neubau der Theodor-Heuss-Brücke vor.

(brab) Nachdem die Bürger Ende Januar ihre Anregungen zum künftigen Trassenverlauf der U 81 bei einem virtuellen Workshop vortragen durften, sind am 21. März die Vertreter von Vereinen und Initiativen an der Reihe. Diese beziehen bereits im Vorfeld Stellung. Sie lehnen, wie schon zahlreiche Bürger, eine Rheinquerung mit einer Brücke ab, die durch die Rheinwiese zwischen Mönchenwerth und dem Paradieshafen führen würde.

Der Verein Deichwächter etwa hat schon früh gegen diese Variante protestiert. Er bezweifelt, dass es nach Corona und den dann eingespielten Homeoffice überhaupt noch einen Bedarf für eine neue Bahnlinie gibt. Das müsste neu belegt werden, da die Zahlen von 2017 keinesfalls mehr dafür geeignet seien. „Hinzu kommt die Tatsache, dass noch immer offen ist, ob die Theodor-Heuss-Brücke gegebenenfalls neu gebaut werden muss“, sagen die Deichwächter. Denn bei einem Neubau der Brücke stünden technisch alle Optionen offen, die Trasse der U 81 darüber zu führen. Der Vorstand des Vereins hatte nun die die Gelegenheit, sich mit Oberbürgermeister Stefan Keller erstmalig zu den Themen auszutauschen. „Es war ein sehr offenes, konstruktives Gespräch, das uns zuversichtlich macht“, sagen die Deichwächter.

Auch der Löricker Bürgerverein setzt seine Hoffnungen auf den Neubau der Theodor-Heuss-Brücke, sucht aber auch Alternativen. Eine Brücke, die das Naturschutzgebiet zerstören würde, wird abgelehnt. Stattdessen schlägt der Verein einen Tunnel vor, der unter dem Messegelände beginnt und unter dem Parkplatz des Löricker Freibades endet. Von dort aus soll die Trasse oberirdisch zur Endhalttestelle der U77 am Seestern weitergeführt werden. Damit würde der Bürostandort mit mehr als 10 000 Arbeitsplätzen an die U 81 angebunden.

Horst Seidenberg, Vorsitzender des Bürgervereins, kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die „Stadt Düsseldorf zurzeit fast 15 Jahre alte, einfallslose Brückenpläne auf dem Stand der Technik von 1950“ präsentiere, wo doch beispielsweise in Las Vegas „ganze Stadtteile mit neuartigen, extrem kostengünstig arbeitendem Bohrgerät untertunnelt“ würden.