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Verbotenes Tierfüttern am Lambertusseen Düsseldorf

Gänse in Düsseldorf : Ärger um Fütterung am Lambertussee

Eine Anwohnerin hat intensive Fütterungen auch von Nutrias beobachtet. Sie befürchtet Verschmutzungen und ein Anwachsen der Tierpopulation.

Wenn die Dämmerung einsetzt, kann die untergehende Sonne den Lambertussee in ein schönes Licht tauchen. Kein Wunder also, dass viele Anwohner gerne dort spazieren gehen und die Seele baumeln lassen. Aber die Ruhe wird in den vergangenen Monaten fast täglich gestört. Denn wenn der Tag langsam endet, beobachtet eine Bürgerin fast täglich eine reichlich kuriose Szene.

„Jeden Nachmittag kommt ein Ehepaar und bringt einen Zehn-Kilogramm-Eimer voller Körner und Gemüsestücke mit“, sagt die Anwohnerin. Sie möchte anonym bleiben, um Ärger gegen ihre Person zu vermeiden. „Das Paar kippt den Inhalt des Eimers ans Ufer und verfüttert alles an die Wildtiere“, erzählt sie. Gänse und Enten würden sofort in großer Zahl angeflattert kommen, die Tiere hätten sich sogar schon an die Fütterungszeit gewöhnt. Auch Nutrias habe sie schon häufiger beobachtet. Die auch Biberratten genannten Tiere würden sich offenbar sehr über Kartoffeln und Körner freuen.

Das Problem an dieser fragwürdigen Vogelbetreuung ist, dass das Füttern von Wildtieren der Straßenordnung der Stadt zufolge nicht erlaubt ist. So soll die Ausbreitung von zum Beispiel Kanadagänsen, aber eben auch Ratten, verhindert werden. Die Anwohnerin berichtet, sie habe sich aus diesem Grund an die Stadtverwaltung gewandt. Vergeblich. „Wir sollten anrufen, wenn die Fütterer da sind. Als wir das am nächsten Tag getan haben, wusste man von nichts und niemand wurde aktiv“, sagt sie.

Stadt verweist darauf, dass
der See Privateigentum ist

Auf Anfrage teilt die Stadtverwaltung mit, der Lambertussee befinde sich in Privateigentum. Außerdem sei der Verwaltung nichts über das Füttern von Gänsen und Nutrias in diesem Bereich bekannt. „Sollte der private Eigentümer Hilfe bei der Durchsetzung des Fütterungsverbots benötigen, kann die Stadt hier unterstützend tätig werden“, sagt ein Sprecher der Stadt.

Die Anwohnerin hofft nun, dass der See-Eigentümer endlich erfährt, was auf seinem Grundstück IIlegales passiert. „Am besten wäre, der See wird eingezäunt“, sagt sie. Das würde auch verhindern, dass der See im Sommer von Besuchern illegal zum Baden genutzt wird. Auch das Abladen von Abfällen und Sperrmüll – wie es schon vorgekommen sei – könnte durch einen Zaun gestoppt werden.