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Veranstaltungswirtschaft: Aktion im Kulturbahnhof Gerresheim

Hilferuf der Veranstaltungswirtschaft : Kulturbahnhof Gerresheim sieht rot

Besondere Aktion soll auf die Krise in der Branche aufmerksam machen. Dazu wird der kleine Bahnhof Gerresheim am Montag angestrahlt.

Der kleine Bahnhof Gerresheim wird am 22. Juni zwischen 20 und 23 Uhr in leuchtendem Rot angestrahlt. Die Münchhausen Gastronomie GmbH, die die historische Stätte an der Heyestraße 194 gepachtet hat, beteiligt sich an einer bundesweiten Aktion der Veranstaltungswirtschaft, der in der Corona-Krise die Einnahmen entfallen. Weder Konzerte noch Ausstellungen, geschweige denn Großveranstaltungen können stattfinden. Das Leuchtrot soll ein „flammender Appell und Hilferuf an die Politik“ zur Rettung der bedrohten Branche sein.

Der Aufruf zur Teilnahme kam über den Branchenverband des deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes und landete über eine Essener Werbeagentur auch bei der Firma Münchhausen. Geschäftsführer Dietrich B. Ahrens, Pächter des Bahnhofs, macht nur zu gern mit. Seine Firma, die neuerdings auch die Rennbahn betreut, gilt als Retter des Bahnhofs. Sie betreibt eine Mischung aus Kulturbetrieb und Eventlocation. Hochzeiten, private Feiern und Firmenfeste finanzieren die defizitäre Kultur. Öffentliche Gelder hat er zu keiner Zeit erhalten, dennoch haben im vergangenen Jahr 25 000 Menschen den Standort besucht.

In der Regel finden jährlich vier Ausstellungen statt, neben Autorenlesungen und musikalische Veranstaltungen. So gastierten dort Dorothee Achenbach und ihr Ex-Mann Helge sowie der Krimi-Autor Stephan Peters. Peter Stegt organisiert mit dem Verein Industriekultur zwei Ausstellungen, die ihrerseits vom Kulturamt eine Unterstützung erhalten.

Auch Dorothee Büsse vom „Haltepunkt Düsseldorf-Gerresheim“ ist zufrieden. Die Räume erhält sie mietfrei, muss lediglich die Getränke bezahlen. Da sich ein regelmäßiger Cafeteria-Betrieb nicht lohnt, steht nach der Vernissage eine Kaffeemaschine neben den Getränken bereit. Wer sich bedient, muss abrechnen. Die Jubiläumsausstellung zum 1150-jährigen Bestehen von Gerresheim, die gemeinsam mit Künstlern aus Linz am Rhein durchgeführt werden sollte, wird nun auf das Jahr 2021 verschoben.

Für die Events stehen vier Räume bereit, die kombiniert oder einzeln gebucht werden können. Bis zu 500 Gäste haben hier Platz, für Partys oder „Fine dining“, wie es heißt. Bis zum Beginn der Krise sei das Geschäft gut gelaufen, so Ahrens. Inzwischen ist die Erbengemeinschaft des verstorbenen Piet Neiser dem Pächter in der Mietzahlung entgegengekommen, aber die übrigen Verpflichtungen laufen weiter.

Ahrens will in der Aktionsnacht die Gäste auf der Terrasse treffen. Wer teilnehmen will, muss auf die Abstandsregeln achten und Masken tragen. Getränke werden angeboten. Außerdem soll es eine „Open-Stage“ für alle Musiker unter den Gästen geben, die spontan etwas spielen können.