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Düsseldorf: Urteil im Affen-Streit: Sieg für Oda Jaune

Düsseldorf : Urteil im Affen-Streit: Sieg für Oda Jaune

Die Immendorff-Witwe gewinnt den Zivilprozess vor dem Landgericht. Danach muss Marc D’Avoine, Insolvenzverwalter für das ehemaligen Firmen-Imperium von Helge Achenbach, ihr und der Schweizer Galerie St. Gilles 55 000 Euro plus Zinsen zu zahlen.

Düsseldorf. Eine Niederlage kassierte Marc D’Avoine, Insolvenzverwalter für das ehemaligen Firmen-Imperium von Helge Achenbach, am Dienstag vor dem Landgericht. Er wurde verurteilt, an Oda Jaune, Witwe von Jörg Immendorff, und die Schweizer Galerie St. Gilles 55 000 Euro plus Zinsen zu zahlen. D’Avoine hatte im Juni vor zwei Jahren zwei Affen des verstorbenen Malerfürsten versteigern lassen. Die aber haben Achenbach gar nicht gehört.

Der Insolvenzverwalter hatte den gesamten Bestand sichergestellt, der in den Räumen der Achenbach-Kunstberatung gelagert wurde. Darunter befanden sich auch 70 Affen-Skulpturen von Jörg Immendorff. Die waren kurz vor dem Tod des Künstlers gegossen worden. Zwei davon hatte D’Avoine wie viele andere Kunstwerke auch versteigern lassen, um davon einen Teil des Millionen-Schadens zu decken.

Nach den Zeugenaussagen, unter anderem wurden der Chef der Gießerei und Helge Achenbach angehört, kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Skulpturen nicht Eigentum der Kunstberatung waren, sondern dort nur im Auftrag gelagert wurden. Darum hätten sie auch nicht einfach verkauft werden dürfen.

Dabei sah es zwischenzeitlich nach einem Kompromiss zwischen den beiden Parteien aus. Weil D’Avoine durch die Versteigerung auch Kosten hatte, sollte ihm ein Teil erstattet werden. Die Anwälte hatten angekündigt, außergerichtlich verhandeln zu wollen. Doch am Ende kam es nicht zu einer gütlichen Einigung.

Unklar ist, was nun mit den anderen 68 Affen-Skulpturen geschieht, die noch übrig sind. Ob die Kunstwerke vom Insolvenzverwalter zurückgegeben werden müssen, darüber hatte das Gericht nicht zu entscheiden. Gegen das Urteil kann Revision beim Oberlandesgeeicht eingereicht werden.

Zurzeit laufen noch verschiedene andere Zivilprozesse in Zusammenhang mit dem Kunst-Skandal.