Unterrath: Diskussion über Zukunft des Stadtteils

Unterrath : Bürger diskutierten über die Zukunft ihres Stadtteils Unterrath

Bei der Bürgerbeteiligung ging es um das Schwimmbad, Nahversorgung und einen neuen Zugang zum Stadtteil.

Dass es hier um ein Thema geht, das die Unterrather bewegt, das merkt man beim Termin am Dienstagabend schon am Eingang zur Aula der Elsa-Brandström-Schule. Schon vor Beginn ist der Raum so voll, dass keine weiteren Interessierten eintreten können. Die Einführung wird daher auch in den Vorraum übertragen, wo die Menschen auch schon eng bereit stehen. Drei Themen stehen beim Bürgerworkshop im Vordergrund.

Zentrales Thema ist die Zukunft des Unterrather Hallenbades an der Mettlacher Straße. Das ist in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. Grundfrage ist dabei: Soll das alte Bad saniert werden oder ein neues an einem neuen Standort entstehen? Diesen Standort gibt es schon - an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp. Nächste Frage wäre dann, was mit dem alten Standort passieren soll. Außerdem steht der Zugang zum Stadtteil zur Diskussion. Sollte das Schwimmbad am neuen Standort gebaut werden, könnte hier ein neues Zentrum gestaltet werden.

Ein kleines Wunschkonzert soll der Abend werden. Es stehe noch nichts fest, man sei noch an einem frühen Punkt der Planung, sagt Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen und Mobilität. Es solle darum gehen, was die Unterrather für nötig halten und was sie sich für ihren Stadtteil wünschen.

Grundlage für die Diskussion ist das Bäderkonzept 2020. Im Fokus steht für Unterrath, wie Roland Kettler, Geschäftsführer der Bädergesellschaft, berichtet, den Schwimmunterricht zu fördern, das Bad barrierefrei und familienfreundlich zu gestalten und energieeffizenter zu machen. Insgesamt hält Kettler beide Lösungen — alter oder neuer Standort — für möglich.

Entscheidender Vorteil an einem neuen Standort wäre allerdings, dass, wenn alles glatt geht, die Bürger das alte „abgebadete“ Bad noch nutzen könnten, bis das neue fertig ist. Er progonstiziert eine Planungsphase von etwa einem und eine Bauphase von etwa zwei Jahren.

Bim neuen Standort an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp geht es indes nicht nur um das neue Bad. Hier könnte dann auch ein Versorgungszentrum entstehen - Rewe hat Interesse, einen neuen, modernen Supermarkt zu bauen. „Mit einem Schwimmbad den Standort zu teilen wäre für uns neu, aber auch interessant“, sagt Matthias Schmitz, der von Supermarkt-Seite die aktuellen Pläne vorstellt.

An der Ulmenstraße könnte ein Versorgungszentrum entstehen

Nachdem der aktuelle Stand und die verschiedenen Bereiche vorgestellt wurden, geht es an die Diskussion. An verschiedenen Ständen und Tischen wird über Bad und Stadtteilzentrum gesprochen, Anregungen aufgeschrieben, Fragen geklärt. Ein wichtiger Punkt ist für viele dabei der Verkehr.

„An der Ecke gibt es durch die vielen verschiedenen Nutzungen oft Chaos“, sagt eine Bürgerin und meint die Stelle, wo An der Piwipp bislang Baumarkt, Getränkemarkt, Rewe und Tankstelle zu finden sind. Sie würde es begrüßen, wenn durch eine klare Nutzung als Schwimmbad und Supermarktstandort hier etwas Ruhe hereinkäme. Dass alle - vor allem auch Schulkinder - das Schwimmbad auch in Zukunft sicher erreichen können sollen, wird immer wieder betont.

Auch um den alten Standort machen sich viele Gedanken. „Da kann man nicht gerade von Aufenthaltsqualität sprechen“, sagt einer der Teilnehmer. Er wünscht sich, dass der Ort so gestaltet wird, dass man dort auch gerne mal verweilt - vielleicht auch, dass es Angebote für Kinder und Jugendliche gibt, wie einen Spielplatz, sodass diese auch Möglichkeiten haben, sich am Nachmittag irgendwo aufzuhalten.

Die vielen Ergebnisse des Abends fasst im Nachgang die Firma IRS für die Stadt zusammen. „Trotz der großen Gruppen gab es einen guten Austausch“, sagt Christina Drenker, die für die Firma durch den Abend geführt hat. Eine Tendenz, ob bei den Bürgern der alte oder neue Schwimmbadstandort gewünscht wird, habe sich aber noch nicht ablesen lassen; für beides gebe es Argumente. Nun müsse die Stadt entscheiden, wie sie mit den Ergebnissen weiter verfährt.

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