Unitymedia stellt analoges Kabelfernsehen ab - das ist zu tun

Unitymedia stellt analoges Kabelfernsehen ab - das ist zu tun

Diese Woche hat Unitymedia das analoge Kabelfernsehen abgeschaltet. Bei einigen Nutzern gab es danach Probleme. Wir erklären, warum - und wie sie zu beheben sind.

Düsseldorf. Wolfgang Platz hatte es sich gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht, um das Spiel Deutschland gegen Australien im Confed Cup anzusehen — da sah er plötzlich nichts mehr. Auch ein erneuter Sendesuchlauf war ergebnislos — keine Sender mehr zu empfangen. Und das, obwohl er sich rechtzeitig um ein passendes Gerät gekümmert hat.

Er war nicht der einzige, dem es so ging. Anfang der Woche hat Unitymedia das analoge Kabelfernsehen abgestellt — und das hat einige Probleme mit sich gebracht. In seinem Wohnhaus im Düsseldorfer Bahnhofsviertel haben auch die anderen Mieter seit Montag keinen Fernsehempfang mehr. Doch was haben sie falsch gemacht?

Auf Anfrage der WZ verweist Unitymedia zuerst auf die falsche Hardware oder Probleme beim Sendersuchlauf. „Wenn parallel weitere Anwohner vergleichbare Probleme haben und auch weitere Dienste offline sind, wäre auch eine Netzstörung möglich“, räumt ein Sprecher des Netzanbieters allerdings ein. Man prüfe derzeit, ob das im betreffenden Wohnhaus der Fall sei.

Für andere, die seit der Abschaltung Probleme mit dem Fernseh-Empfang haben, gibt Unitymedia aber Hinweise.

Die Abschaltung betrifft das analoge Kabelfernsehen. Wer bereits per Receiver das Fernsehen digital oder über das Internet empfängt, kann sich zurücklehnen. Nötig für den digitalen Empfang ist ein sogenannter DVB-C-Tuner. Fernsehgeräte, die nach 2010 hergestellt wurden, haben diesen in der Regel integriert. Wer sicher gehen möchte, kann in der Bedienungsanleitung nachsehen, ob der Fernseher so ausgestattet ist, oder nicht.

Wer einen älteren Fernseher hat und keinen neuen kaufen möchte, kann das alte Modell mit einem Digital-Receiver (DVBT-C-Receiver) aufrüsten. Diese sind im Elektrofachhandel schon ab etwa 30 Euro zu haben.

Wer bereits das passende Gerät hat, muss mit keinen zusätzlichen Kosten rechnen. Mit Kabelgebühren und Rundfunkbeitrag sind diese bereits abgedeckt.

Verwendet man nun einen Receiver, wird das Antennenkabel in dessen Rückseite gesteckt. Der Receiver wird dann mit dem Fernseher verbunden. Je nach Modell ist dafür ein Scart- oder HDMI-Kabel nötig. Wichtig ist dann auch, die Quelle am TV-Gerät umzustellen. Bleibt man bei der bisherigen — dem analogen Kabel — wird der Sendersuchlauf keinen Erfolg haben. Daher muss auf das neue Empfangsgerät umgestellt werden — je nach Fernseher und Anschluss kann das in den Einstellungen HDMI, Scart oder auch anders heißen. Auch wenn der Empfänger im Fernseher integriert ist, muss man im Einstellungsmenü auf „digitalen Empfang“ umstellen. Manche Geräte benötigen auch eine sogenannte Netzwerk-ID für den Suchlauf. Für NRW ist diese 09999.

Digitale TV-Signale ermöglichen laut Unitymedia eine bessere Bild- und Tonqualität. Außerdem können digital mehr Sender verbreitet werden. Und schließlich ist das digitale Signal weniger anfällig für Störungen.

In manchen Fällen — wie auch möglicherweise bei Wolfgang Platz — ist nicht das Gerät schuld am fehlenden Empfang, sondern eine Störung. Davon Betroffene müssen sich bei Unitymedia melden. An der Kundenhotline unter 0221 466 191 00, 0800 7001177 oder 0176 888 66 310 oder auf der Internetseite www.unitymedia.de wird alles rund um die Umstellung erklärt. Doch auch wenn Kunden unverschuldet eine zeitlang keinen Fernsehempfang haben, müssen sie den vollen Monatspreis an den Anbieter bezahlen. „Unitymedia garantiert privaten Kunden über das Jahr gerechnet eine Verfügbarkeit von 97,5 Prozent“, sagt der Sprecher. Sollten durch eine Störung Kosten entstehen, seien im Einzelfall Erstattungen möglich — aus Kulanz, nicht aus rechtlicher Pflicht.