Uni-Klinik: Ärzte streikbereit

Uni-Klinik: Ärzte streikbereit

Ab Montag legen hunderte Ärzte die Arbeit nieder — wenn es keine Blitzeinigung gibt.

Düsseldorf. „Wir sind bereit“, das ist das Signal, dass die Ärzte der Uni-Klinik Düsseldorf aussenden. Die Zeichen stehen auf Streik, nachdem sich die Tarifgemeinschaft der Länder und die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund über Wochen nicht einigen konnten. Die Forderung der Ärzte ist klar: Sie wollen 6,3 Prozent mehr Lohn. „Damit wir endlich genau so viel verdienen wie die Kollegen an privaten oder kommunalen Krankenhäusern“, sagt Dr. Sven Dreyer, Mitglied der Landestarifkommission NRW des Marburger Bundes und Facharzt an der Uni-Klinik.

Der erste Tarifvertrag für Uni-Kliniken stammt noch aus dem Jahr 2006, die Ärzte an kommunalen und privaten Krankenhäusern haben bereits 2010 neu verhandelt und bekommen nun eben diese 6,3 Prozent mehr Lohn. Das finden Dreyer und die Kollegen ungerecht: „Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Zumal wir Ärzte an einer Uni-Klinik zusätzlich eine Doppelbelastung haben.“ So seien die Ärzte an der Uni-Klinik mit Spitzenmedizin und Patientenfürsorge beschäftigt, müssten aber daneben auch Forschung und Lehre betreiben. Dreyer sagt: „Jeder Arzt, der sich für die Uni-Klinik als Arbeitgeber entscheidet, ist sich bewusst, dass er hier mehr leisten muss als anderswo, aber dann schlechter bezahlt zu werden als Ärzte an anderen Krankenhäusern ist nicht okay.“

Dreyer rechnet damit, dass am Montag „schon einige hundert“ der etwa 800 Ärzte an der Düsseldorfer Uni sich am Montagmorgen um 8 Uhr zum Streik in der Personalkantine sammeln. Chefärzte dürfen nicht streiken, da sie verbeamtet sind. Um 11.30 Uhr wird auf dem Martin-Luther-Platz der Demonstrationszug der Ärzte starten, der gegen 13.30 Uhr am Landtag mit Kundgebungen endet.

Der Streik ist zunächst unbefristet angesetzt, doch die Patienten der Uni-Klinik werden weiterhin versorgt: Marburger Bund und Uni-Klinik haben in dieser Woche eine Notdienstvereinbarung beschlossen, in der festgehalten ist, dass Notaufnahmen und Intensivstationen natürlich weiterhin mit Ärzten besetzt sind. Auch Notfälle, die vom Rettungsdienst eingeliefert werden, sollen die gewohnte ärztliche Betreuung bekommen. „Planbare Operationen, wie eine Metallentfernung werden verschoben“, sagt Dreyer.

Doch vielleicht hat sich am Montag das Thema Streik auch schon wieder erledigt: Am Freitag kamen in Berlin Spitzen beider Verhandlungspartner zusammen. Kommen sie nicht zu einer Einigung, wird aber ab Montag gestreikt.

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