Umweltspur in Düsseldorf: Die schnellste Route in die Innenstadt

Pendlerärgernis : Umweltspur in Düsseldorf: Das ist die schnellste Route in die Innenstadt

Pendler suchen Alternativen zur Strecke entlang der Düsseldorfer Umweltspur. Laut Routenplanung gibt es eine schnellere Strecke, doch auch dort ist die Schadstoff-Belastung zu hoch. Die Stadt will das beobachten.

Die Umweltspur an der Werstener Straße hat auch am zweiten Tag nach den Herbstferien für Verzögerungen im Berufsverkehr gesorgt. Laut Routenplanern dauerte es um 8.30 Uhr vom Dreieck Düsseldorf-Süd bis zur Königsallee an der Umweltspur entlang 32 Minuten, also 18 Minuten länger. Viele Pendler suchen Alternativen. Google Maps empfiehlt vom Dreieck Düsseldorf-Süd bis zur Königsallee verschieden Strecken. Der schnellste Weg am Dienstagmorgen verläuft über die Ausfahrt Eller und die Bernburger Straße, allerdings werde so nur eine Minute gespart. Über die Ausweichroute Kölner Landstraße dauert es hingegen einige Minuten länger. Sogar 41 Minuten brauchte man über die Abfahrt  Bilk und die Friedrichstraße. Am schnellsten geht es also über Eller. Viele Pendler nutzen die Strecke längst. Diese Beobachtung hat auch Dominik Lüders gemacht. Er ist Azubi in der Shell-Tankstelle an der Bernburger-/Ecke Karlsruher Straße. „Hier ist ja sowieso schon immer viel Stau, aber seit die dritte Umweltspur eröffnet wurde, beschweren sich viel Kunden.“

Die Stadt mahnt die Pendler zu Geduld

Mehr Autoverkehr führt zu einer erhöhten Stickstoffdioxidbelastung auf der Straße. Die Werte haben nicht nur an der Cornelius- und der Merowingerstraße die Grenzwerte überschritten, sondern auch in Eller. Mit 45 µg NO2/m³ liegen sie klar über dem Grenzwert von 40 µg/m³. Als womöglich schnellste Route in die Innenstadt dürften sich die Werte in naher Zukunft nicht verbessern. Dabei ist die Umweltspur eigentlich zur Verbesserung der Emissionswerte eingerichtet worden.

Bei der Stadt sieht man noch keinen Handlungsbedarf. Ralf Poppenborg vom Amt für Verkehrsmanagement kündigt an: „Wir gucken uns die Ausweichrouten laufend an.“ Das heiße, dass die Verkehrslage erfasst wird, aber etwa auch die durchschnittliche Reisezeit für einen Autofahrer von A nach B. Allerdings: Richtige Verkehrszählungen werde es erst im Frühjahr geben, die würden standardmäßig zwischen den Oster- und Sommerferien dienstags und donnerstags durchgeführt. „Es muss sich alles finden“, sagt Poppenborg.

Auch Amtsleiter Ingo Pähler mahnt zu Geduld: „Wir sind gerade am zweiten Tag im Normalbetrieb nach den Ferien.“ Welche Konsequenzen die Stadt nach den Verkehrszählungen ziehen könnte  – oder bei einem eklatanten Anstieg der Stickoxidbelastung etwa in Eller –, will Pähler vorläufig nicht kommentieren: „Dann müssten wir überlegen, wie wir damit umgehen.“ Auch die Frage, ob dieser Umgang eine neue Umweltspur durch Eller sein könnte, mag er nicht beantworten. Gerade um die Luftverschmutzung seriös ermiteln und auswerten zu können, werde Zeit gebraucht: „Man sollte da sogar ein Jahr abwarten.“

Die Deutsche Umwelthilfe fordert schnellere Konsequenzen. Die Umweltspuren auf einzelnen Straßen alleine würden nicht genügen, um die Verkehrswende einzuläuten. Ausweichverkehr über ebenfalls hoch belastete Straßenzüge würden andernorts zu höheren oder neuen Grenzwertüberschreitungen führen. Aus diesem Grund hält die Umwelthilfe Dieselfahrverbote in Düsseldorf für die beste Lösung. Nur so seien die Halter motiviert, ihre Fahrzeuge nachzurüsten. Die Kosten für die Pkw müssten von den Herstellern übernommen werden, bei Liefer- und Handwerkerfahrzeugen übernehme die Bundesregierung bis zu 80 Prozent der Kosten, heißt es von der Umwelthilfe.

An der Bernburger Straße befindet sich seit 2018 eine der sechs Messstationen, die Stickstoffdioxid (NO2)-Werte misst. Nach Überschreitungen der Grenzwerte an der Merowinger- (54 µg/m3) und der Corneliusstraße (53 µg/m3) wurden Umweltspuren an der Prinz-Georg-Straße und der Merowingerstraße eingeführt. So will die Stadt Dieselfahrverbote umgehen. Die dritte Umweltspur auf dem Straßenzug Werstener Straße/Witzelstraße/Mecumstraße/Erasmusstraße stadteinwärts zwischen dem Parkplatz am Südpark und der Kreuzung Färber-/Corneliusstraße ging am 18. Oktober in Betrieb.