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Düsseldorf: Turnhalle für Flüchtlinge: Fechter vor der Tür

Düsseldorf : Turnhalle für Flüchtlinge: Fechter vor der Tür

Die Eltern des SV Lohausen sind sauer auf die Stadt. Diese hat aber am Donnerstag noch Ersatz besorgt.

Düsseldorf. Als die jungen Fechter des SV Lohausen am Mittwochabend zum Training in die Turnhalle an der Kalkumer Straße kamen, standen sie plötzlich vor Betten. Die Halle, so wurde ihnen mitgeteilt, müsse als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Die Eltern sind stinksauer auf die Stadt. „Den Sportverein vorab noch nicht einmal darüber zu informieren und damit die Kinder völlig vor den Kopf zu stoßen, geht gar nicht“, sagt André Drabsch.

Für die jungen Fechter stünden wichtige Turniere an, um ihre guten Ranglistenplätze zu verteidigen. Zudem machen sich die Vereinsmitglieder Sorgen um ihre Ausrüstung. Drabsch: „Dort sind Fechtwaffen und Utensilien untergebracht, die wertvoll sind. Da kann jeder dran. Keiner hat sie herausgeholt.“ Am meisten allerdings ärgert die Eltern die fehlende Vorwarnung: „Dass für die Flüchtlinge Unterkünfte gefunden werden müssen, ist unbestritten“, sagt auch Carola Breker. „Aber die Stadt sollte es nicht versäumen, die betroffenen Bürger zu informieren.“

Zudem sei die Turnhalle vor einem halben Jahr als Unterkunft für Menschen herangezogen und danach als ungeeignet befunden worden. „Es gibt dort zwei Toiletten und Waschbecken, eine Dusche“, sagt Drabsch.

„Es ist für alle überraschend gekommen“, erklärt Michael Bergmann von der Stadt. Man habe zum 1. Januar damit gerechnet, die Messehalle 18 wiederzubekommen, die derzeit als Unterkunft vom Land genutzt werde. „Dort sind auch nur noch wenige Flüchtlinge“, so Bergmann. Aber noch liefen Verhandlungen über die Nutzung mit der Bezirksregierung. „Deshalb haben wir einen kurzfristigen Engpass.“ Zehn Flüchtlinge zogen am Donnerstag in die Turnhalle Kalkumer Straße ein, 40 weitere könnten folgen. Schulleitungen und Stadtsportbund seien am Dienstag informiert worden. „Warum das beim Verein nicht funktioniert hat, weiß ich nicht“, sagt Bergmann. Am Donnerstagnachmittag bot man den Fechtern allerdings eine Ausweichmöglichkeit in einer benachbarten Halle an, auch der Deutsche Fechtklub Düsseldorf biete den Lohausener Sportlern eine Trainingsmöglichkeit an.