Tuning-BMW im Hafen wurde zur Steinschleuder

Tuning-BMW im Hafen wurde zur Steinschleuder

21-Jähriger ließ die Reifen durchdrehen und beschädigte einen Audi. Er will davon nichts bemerkt haben.

Der angehende KFZ-Meister ließ es auf dem Parkplatz an der Bremer Straße so richtig krachen. „Donut-Drehen“ ist ein beliebtes Kunststück in der Tuning-Szene. Das bedeutet, ein Wagen dreht sich mit durchdrehenden Reifen im Kreis. Mindestens drei Runden vollführte der 21-Jährige auf die Art und Weise. Dass er dabei kleine Steine und Schotter durch die Luft wirbelte, die einen abgestellten Audi erheblich beschädigten, will der junge Mann angeblich nicht mitbekommen haben. Gestern musste er sich wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort vor dem Amtsgericht verantworten. Dabei stand auch der Führerschein auf dem Spiel, den er als KFZ-Meister dringend braucht.

Mit zwei Freunden hielt sich der Angeklagte im April vergangenen Jahres an dem Parkplatz auf, der angeblich ein Treffpunkt für junge Leute ist, die schnelle Autos lieben. Bei denen konnte der 21-Jährige mächtig auftrumpfen. Der BMW M3, mit dem er unterwegs war, hat satte 431 Pferdestärken. „Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin“, schilderte der Auto-Fan, was geschehen ist.

Gegen 21.50 Uhr setzte er sich in den Boliden, drückte das Gaspedal durch und drehte seine Kreisel. Ein auf dem Parkplatz abgestellter Audi A8 wurde durch umher fliegende Steine erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Beseitigung der Lackschäden kostete 1659 Euro. Der Audibesitzer lief noch hinter dem Angeklagten her und wollte ihn stoppen. Doch der 21-Jährige habe ihn nur angeschaut und sei dann mit quietschenden Reifen davon gefahren.

Dem widersprach der Angeklagte. Er habe nichts davon bemerkt. Außerdem würden die Scheiben des Audis bei solchen Manövern umgehend hochfahren, so dass man im Wagen nichts mehr hören kann. Überprüfen konnte das Gericht dies nicht mehr. Denn den BMW hat der Vater inzwischen verkauft: „Unter anderem wegen des Vorfalls.“ Inzwischen fährt der junge Mann einen Golf.

Weil nicht bewiesen werden konnte, ob der 21-Jährige bewusst Unfallflucht begangen hat, gab es am Ende einen Freispruch. Der Schaden an dem Audi wurde von der Versicherung bezahlt.