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Türsteher ließ Mann nicht in Disko — wegen der Hautfarbe?

Türsteher ließ Mann nicht in Disko — wegen der Hautfarbe?

Einigung im Zivilprozess: Betriebsleiter des „Kuhstall“ erklärt sich bereit, 150 Euro an die Armenküche in der Altstadt zu zahlen.

Düsseldorf. In vollem Gange war die Party in der Diskothek „Kuhstall“ an der Bolkerstraße. Troy Frazier, Computer-Fachmann aus Chicago, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt, wollte gern mitfeiern.

Doch an der Tür war für den 36-Jährigen Endstation, er kam nicht rein — offenbar wegen seiner Hautfarbe. Frazier reichte Klage gegen den „Kuhstall“ ein. Vor dem Zivilgericht einigten sich die beiden Parteien am Donnerstag. Davon profitiert nun die Altstadt-Armenküche.

Morgens gegen 3.25 Uhr stand der Farbige vor der Altstadt-Disko. „Der Türsteher sagte mir, du kommst hier nicht rein“, schilderte der Computer-Fachmann die Situation. Zunächst ohne Begründung. Das wollte der Mann, der mit einem ebenfalls farbigen Freund unterwegs war, so nicht hinnehmen. Auch ein Gespräch mit dem Geschäftsführer sei ihm verweigert worden.

Frazier wandte sich an eine Polizistin, die den Türsteher nach dem Grund fragte, warum der Gast abgewiesen wurde. „Weil er schwarz ist“, soll der Mann geantwortet haben. Der Amerikaner fühlte sich diskriminiert und wollte sofort eine Anzeige erstatten. Das ging aber nicht, denn wenn ein Türsteher jemand nicht passieren lässt, handelt es sich nicht um eine Straftat.

Zwar hatte sich der „Kuhstall“ in einem Schreiben entschuldigt, das reichte dem Familienvater aber nicht. Darum zog er schließlich vor das Zivilgericht. Paul Zickert, Betriebsleiter der Diskothek, erklärte, dass es im Nachhinein nicht mehr möglich war, festzustellen, um welchen Türsteher es sich gehandelt habe: „Das hat sich alles am frühen Morgen abgespielt und die Klage wurde erst sehr spät eingereicht.“

Bis vor einem Jahr habe der Kuhstall nur festangestellte Mitarbeiter an der Tür gehabt. Weil es aber immer wieder zu Problemen kam, habe man eine Security-Firma beauftragt. Inzwischen habe sich die Situation erheblich verbessert.

Frazier betonte, ihm ginge es ihm bei der Klage nicht um Geld, sondern um das Prinzip. Ihm sei es wichtig, dass seine neun Jahre alte Tochter in einem Land aufwächst, in dem es keine Diskriminierung gibt: „Ich lebe gern hier. So etwas passiert mir ja auch nicht jeden Tag.“

Zickert erklärte sich schließlich bereit, 150 Euro an die Altstadt-Armenküche zu zahlen und die Gerichtskosten zu übernehmen. Das sei kein Schuldeingeständnis, betonte der Betriebsleiter. Und nach der Verhandlung lud er Frazier zu einem Bier in den „Kuhstall“ ein.