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Düsseldorf-Flingern: Trotz hitziger Debatte: Frank-Zappa-Straße ist beschlossen

Düsseldorf-Flingern : Trotz hitziger Debatte: Frank-Zappa-Straße ist beschlossen

Das Votum fiel am Dienstag nach hitziger Debatte — zum Teil mit Oppositionsstimmen.

Düsseldorf. Flingern wird eine Frank-Zappa-Straße bekommen. Nach hitziger Debatte hat die zuständige Bezirksvertretung 2 am Dienstag den Beschluss gefasst, den US-Musiker auf ein Straßenschild zu heben. Die Opposition versuchte, das noch mit einer geheimen Abstimmung abzuwenden — ohne Erfolg.

Nicht ganz aussichtslos war dieser Schachzug von FDP-Mann Ulf Montanus, zumal bei Rot-Grün ein Mitglied — und damit die Mehrheit — fehlte. Doch es kam anders: Neben den mutmaßlich neun Ja-Stimmen von SPD und Grünen, stimmte zwei weitere Mitglieder mit Ja, also auch mindestens einer von FDP oder CDU.

Zuvor hatten beide Fraktionen sich heftig gegen das Vorhaben zur Wehr gesetzt. Annelies Böcker (CDU) hielt der SPD vor, sich vermeintlich an einem Zeitgeist zu orientieren. „Das ist albern.“ Ein Namensgeber solle identitätsstiftend sein und etwas mit Düsseldorf zu tun haben.

Ulf Montanus bezeichnete Zappa als frauenfeindlich, CDU-Mann Lutz Berth fand, dann könne man ebenso gut Falco nehmen: „Das ist gewollt jugendlich, damit machen wir uns lächerlich.“ Junge Leute würden Frank Zappa heute gar nicht mehr kennen.

Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD), von dem der Vorschlag kam, kritisierte den despektierlichen Umgang mit der Person Zappa. Auch sein Kollege Michael Kendura warf der Opposition schlechten Stil vor, in der Fraktionsabsprache habe sie deutlich überreagiert: „Das will ich hier gar nicht wiedergeben.“ Zum Gegenvorschlag Luise Rainer sagte er: Die Diskussion gab es im August, die Schauspielerin starb aber erst Ende Dezember. Nach ihr soll nun die nächste neue Straße im Bezirk benannt werden.

SPD-Ratsherr Oliver Schreiber kam noch auf andere Straßen im Bezirk zu sprechen, benannt nach dem Generalfeldmarschall der Nazis Erwin Rommel und Hans-Günther Sohl, langjähriges NSDAP-Mitglied und Wehrwirtschaftsführer: „Da sollte man vielleicht einmal ansetzen.“