Trickdieb- und Räuberbanden suchen die Stadt heim

Trickdieb- und Räuberbanden suchen die Stadt heim

Enkeltrick, Raub an der Wohnungstür und Einbruch an nur einem Tag — zwei Männer gefasst.

Düsseldorf. An nur einem Tag hat es drei Straftaten gegeben, die auf bestimmte Tätergruppen aus Südosteuropa hindeuten. Die Polizei schließt nicht aus, dass gerade Banden gezielt in Düsseldorf unterwegs sind.

Die dickste Beute haben die Kriminellen am Mittwoch bei einem 85-jährigen Unterrather gemacht: Er erhielt gegen 12 Uhr einen Anruf von einem vermeintlichen Enkel, der angab, in einer finanziellen Notlage zu stecken.

Der Senior holte einen hohen Geldbetrag — über die exakte Höhe schweigt sich die Polizei aus — von der Bank ab und gab ihn einem Geldboten, der angeblich ein Geschäftspartner des „Enkels“ war. Erst gegen Abend bemerkten das Opfer und seine Frau, dass sie auf einen Trick hereingefallen waren. Der Bote soll 24 bis 26 Jahre alt sein, hat dunkle Haare und spricht mit Akzent.

Um 15.25 Uhr wurde zudem eine 84-Jährige von zwei jungen Frauen an der Wohnungstür niedergestoßen und beraubt — sie hatte die Tür in Erwartung ihrer Enkelin geöffnet. Die Täterinnen entkamen an der Eckenerstraße mit Bargeld. Den Modus Operandi kennen die Ermittler nach Auskunft der Polizei von ausländischen Banden (Hinweise: Tel. 8700).

Ganz eindeutig zuzuordnen war ein Einbruch, zu dem die Polizei ebenfalls am Mittwoch in die Stadtmitte ausrückte: Zeugen hatten gesehen, wie zwei Männer die Tür zu einem Mehrfamilienhaus an der Schützenstraße aufhebelten. Als die Polizei eintraf, wollte das Duo über ein Vordach flüchten. Doch die beiden Männer (19 und 24 Jahre) konnten gefasst werden. Es handelt sich um polizeibekannte Täter aus Südosteuropa.

„Diese Häufung kann ein Zufall sein“, sagt Polizeisprecher André Hartwich. „Sie kann aber auch darauf hindeuten, dass Tätergruppen aus Südosteuropa wieder verstärkt die Region und auch Düsseldorf ins Visier nehmen.“ Diesen Trend kenne man aus den Vorjahren: Im Sommer sei es verhältnismäßig ruhig und im Herbst sickerten die Banden dann wieder in die Stadt.

Mit Blick auf die aktuellen Fälle mahnt die Polizei nochmals besonders Senioren zu erhöhter Wachsamkeit: Fremden sollte die Tür nicht geöffnet und vor allem kein Geld übergeben werden.

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