Trendsport Plogging: Joggen und Müll sammeln

Trendsport Plogging: Joggen und Müll sammeln

Mit dem Müllbeutel in der Hand durch die Landschaft laufen und nebenbei noch Abfall einsacken: Wie ein Trend aus Schweden jetzt nach Düsseldorf kommt.

Die Saunalandschaft Vabali Spa am Elbsee hat eine neue Trendsportart aus Schweden nach Düsseldorf geholt. Ziel ist es, Laufen mit einem Ganzkörpertraining zu verknüpfen — und dabei etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Denn beim Plogging joggt man mit Müllsack in der Hand durch die Natur, bückt sich, um unterwegs den Unrat auf den Wegen mit einzusammeln. Im April startete eine erste Runde rund um den See. Einmal im Monat soll die Aktion künftig stattfinden.

Das Wort Plogging setzt sich aus dem schwedischen Begriff „plocka upp“, was „aufheben“ bedeutet, und dem englischen „Jogging“ zusammen. „Das ist ein super Training. Durch das häufige Stehenbleiben — Aufheben — Weiterlaufen wird der Körper, ähnlich wie bei einem Intervalltraining, gut beansprucht“, sagt Sönke Schacht, Geschäftsführer des Vabali. Kniebeugen, Bücken, sich wieder strecken — dabei komme der ganze Körper zum Einsatz. „Zudem wollen wir, da wir direkt an einem Naturschutzgebiet liegen, uns auch um unsere Umgebung kümmern.“

Die Jogging-Runde um den Elbsee, 6,5 Kilometer lang, macht Sönke Schacht gerne privat. Dabei kam ihm die Idee, die neue Trendsportart vor Ort zu testen, wie er sagt.

Zum ersten Termin hat er vor allem Mitarbeiter aus dem Vabali motivieren können. Rund ein Dutzend Läufer traten mit Handschuhen und Müllsäcken an. Das Vabali stellt diese Ausrüstung allen Teilnehmern, die sich der Gruppe anschließen, zur Verfügung.

Als Besucher war unter anderem Carsten Naujokat dabei. Er wohnt in Hilden und kennt das Plogging nicht, hatte aber große Lust, es einmal auszuprobieren. „Die Kombination aus Sport und Naturschutz finde ich super. Ich bin regelmäßig am See unterwegs, da fällt mir schon der eine oder andere Unrat auf“, sagt er. „Ich hoffe daher, dass sich noch viele weitere Leute aus Hilden der Aktion anschließen.“

Das Naturschutzgebiet soll möglichst sauber bleiben, die Anwohner sich dafür mit verantwortlich fühlen, findet er. Reste von abendlichen Grillpartys — Schachteln, Flaschen und ganze Fässer — hat der Sportler bei seinen Runden um den See schon herumliegen sehen. „Es ist unglaublich, was die Leute alles in die Natur werfen“, sagt er. Gerade nach lauen Sommernächten sei oft Müll an den Ufern und am Wegesrand.

Die Stadt kümmert sich zwar darum, dass es rund um den See sauber bleibt, doch die Mitarbeiter sind nicht ständig vor Ort. Beim ersten Plogging gingen die Sportler daher schon nach wenigen Metern in die Knie, klaubten Tüten, Papierfetzen, Taschentücher aus dem Gebüsch. Dabei mussten sie auf den Wegen bleiben — um Tiere im Gehölz nicht aufzuschrecken.

Auf den gut sechs Kilometern füllten die Jogger dann doch 15 Müllsäcke, vorwiegend mit Verpackungsresten von Snacks und Süßigkeiten, sogar eine Radkappe war dabei. An Straßen, besonders entlang der Autobahn, kamen die Sportler aus dem Bücken gar nicht mehr heraus. Rund eindreiviertel Stunden waren sie insgesamt unterwegs. Wem das zu lange dauert, kann auch eine kleine Runde mit etwa drei Kilometern Länge absolvieren. Einmal im Monat gibt es Gelegenheit dazu.

Das nächste Plogging am Elbsee findet am Donnerstag, 3. Mai, ab 17.30 Uhr statt. Nähere Infos dazu gibt es auf der facebook-Seite, die unter den Stichworten Vabali Plogging zu finden ist.

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