Trauer um Deichwächter Richard Fuchs in Düsseldorf

Nachruf : Trauer um Deichwächter Richard Fuchs

Der Vereinsgründer und Bewahrer der Rheinwiesen starb mit 81 Jahren.

Was hat Richard Fuchs nicht alles für das linke Rheinufer getan. 1993 gründete er mit seiner Frau Ursel und mit Helmar Lang die Deichwächter als gemeinnützigen Natur- und Landschaftsschutz-Verein. Insgesamt 17 Vereine wetterten daraufhin in einem Aktionsbündnis „Hände weg von den Rheinauen“ gegen die geplanten Deichgaragen. Seitdem hatte er ein wachsames Auge auf die Rheinwiesen, an deren Ufer in Oberkassel er selbst wohnte. Nun ist er plötzlich mit 81 Jahren gestorben und wird am Dienstag auf dem Heerdter Friedhof beigesetzt.

Keiner wusste so viel über den 32 Kilometer langen Strom auf Düsseldorfer Stadtgebiet wie er. Die Rheinwiesensatzung von 1975, die die Uferzone ausschließlich für die Erholung vorsieht, hätte er im Schlaf aufsagen können. Immer wieder ging er mit seinen Freunden auf die Barrikaden. Das Olympische Dorf, wie es zeitweilig für die Olympiade 2012 angedacht war, war ein rotes Tuch für ihn.

Mit schöner Regelmäßigkeit mussten die großen wie die kleinen Schützenvereine den Kopf einziehen, wenn er bemerkte, dass die Schäden der jeweils letzten Kirmes noch nicht beseitigt waren und die Renaturierung auf sich warten ließ.

Zum 25-jährigen Bestehen luden die Deichwächter zu einer Fotoausstellung ins Stadtmuseum. Die Fotos dazu wie zum Jubiläums-Prachtband hatte Richard Fuchs bis auf wenige Ausnahmen in den vergangenen Jahren selbst geschossen. „StadtLandFluss“ hieß die optisch sehr ansprechende Dokumentation über die Rheinlandschaft und seine Liebe zu ihr.

Als hätte er es geahnt, bestellte er Ende letzten Jahres seine Nachfolger, die wie er über die kostbare Naturlandschaft mitten in der Stadt wachen werden.

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