Tour-Ende: Doppel-Konzert der Toten Hosen in Düsseldorf

Musik : Doppel-Konzert der Toten Hosen in Düsseldorf: Lust auf die Laune der Natour

Zwei Tage lang feiern die Toten Hosen in der ausverkauften Arena ihr Heimspiel. Schon nächste Woche geht’s ins Studio.

Bei den Fans schwingt sie immer ein bisschen mit. Die Angst, dass Campino nach dem Konzert am Samstagabend sagen könnte: „Das war’s, die Toten Hosen sind Geschichte.“ Passiert aber nicht, hat die Band versprochen. Im Gegenteil. „Wir haben uns nächste Woche im Studio verabredet“, kündigte Campino am Donnerstag bei der Tournee-Bilanz zur „Laune der Natour“ an, die am Freitag und Samstag mit zwei ausverkauften Konzerten in der Arena endet.

Es ist angerichtet für mehr als 90 000 Fans der Punkrocker, die sich auch nach Jahrzehnten immer noch wie Kinder auf die Bescherung zu freuen scheinen, wenn sie eine große Bühne sehen. Die hat mit einer Breite von 66,50 Metern das Maximum, was in der  Arena Platz hat. Allein der Totenkopf, der mitten über der Bühne hängt, ist fast vier Meter groß. 30 Lkw-Ladungen haben die Technik in den vergangenen Tagen zur Arena gebracht.

102 000 Flaschen Bier wurden
hinter der Bühne geleert

Mit dem Doppel-Konzert gegen eineinhalb Jahre Tour mit 56 Auftritten zu Ende. Insgesamt 1,3 Millionen Menschen haben die Band gesehen. Und gefeiert. Vor und hinter der Bühne. So wurden im Backstage-Bereich 102 000 Flaschen Bier getrunken, deutlich mehr als bei der Tour davor. In Düsseldorf können die fünf Punkrocker erstmals auch ihr eigenes Gebräu zischen lassen, das vom Uerige stammt.  „Wir werden jeden Moment auskosten“, kündigte Breiti an.

Zum „Zuhause“-Konzert haben die Hosen jede Menge Gäste eingeladen. Campino: „Mit Rogers und Massendefekt sind zwei tolle Düsseldorfer Bands dabei.“ Und Fans von Billy Talent sind die Musiker selbst. Außerdem sind Feine Sahne Fischfilet mit dabei, die in den vergangenen Monaten mehrfach zusammen mit den Hosen  aufgetreten sind. Zum eigenen zweistündigen Programm sagt Campino nicht viel: „Wir könnten besonders schöne B-Seiten aus den Jahren 84/85 spielen. Da hätten dann ich und 35 andere viel Spaß dran. Das werden wir sicherlich nicht tun. Wir spielen auch immer noch auf Zuruf.“

Das Dach der Arena bleibt an
beiden Abenden offen

Da sicher viel gerufen wird, dürften die Konzerte die Zwei-Stunden-Marke deutlich überschreiten. Zumal das Wetter am Wochenende mitspielt. Erstmals können die Toten Hosen in der Arena bei offenem Dach spielen. „Das ist für uns die Sahne auf dem Kuchen“, ist sich die Band einig. Geschlossen wirke die Arena immer wie eine aufgeblasene Mehrzweckhalle.

Nach dem letzten Ton ist aber  nicht Schluss. Direkt nächste Woche haben sich die Hosen im Studio verabredet, um die „Laune der Natour“ auslaufen zu lassen. Das heiße nicht, dass die Band schon an der nächsten Platte arbeitet. „Vielleicht schauen wir uns auch nur Videos an“, kann sich Campino vorstellen. Danach macht die Band Urlaub in Spanien - ohne Gitarren.

Ein Ende der Toten Hosen ist nicht in Sicht. Er fühle sich wie ein Veteran, wie ein Fußball-oder Eishockey-Spieler. „So lange die Knochen halten“ werde es weitergehen. „Aber wir sind in der Verlängerungszeit“, machte der Frontmann deutlich. Das sei aber gar nicht schlimm: „Wir führen ja 3:1.“

Ob die Band sich wünschen würde, das neue Festival-Gelände einzuweihen, das auf dem Parkplatz neben der Arena entstehen soll? Da hat Campino ganz andere Träume: „Ich würde gern mal auf den Rheinwiesen spielen. Das wünsche ich mir seit 25 Jahren.“ Sollte das Konzert jemals stattfinden, müssen die Fans möglicherweise doch Angst haben.

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