Tod beim Zahnarzt: Anästhesist zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Im Wartezimmer hatte Dagmar S. noch mit ihrer Tochterherumgealbert, wenig später starb die 28-jährige Daniela B. imZahnarztstuhl. Sie erwachte nicht mehr aus der Narkose. Der Anästhesist(64), der bei Vorbereitung und Durchführung der Narkose gravierendeFehler gemacht hatte, wurde jetzt zu zwei Jahren Haft auf Bewährungverurteilt.

Darin einbezogen ist bereits eine Strafe über zehn Monatenauf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung: In Herne hatte der Medizinerbei der Narkose einer Patientin Fehler gemacht und ihren Todhervorgerufen.<br />In der Düsseldorfer Zahnarztpraxis war es zu den tödlichenKomplikationen gekommen, nachdem der Mediziner seiner Patientin eineBetäubungsspritze verabreicht hatte. Erfolglos habe er dann versucht,ihr einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre einzuführen. In der Folgewar die 28-Jährige eineinhalb Stunden ohne Sauerstoffversorgung. DerNotarzt, der erst spät gerufen worden war, konnte die Frau nicht mehrwiederbeleben.
Unter anderem habe der Angeklagte ignoriert, dass die Frau in derVorbesprechung angegeben hatte, dass es bei ihr bereits zu Problemen mit einer Narkose gekommen war, dass sie sowohl an einer Lebererkrankungals auch an einer Allergie litt.
Die Mutter des Opfers, die in Schwarz erschien, schüttelte beider Urteilsverkündung weinend den Kopf. Schon bei der Entschuldigung des Angeklagten hatte sie sich weggedreht, ihr Gesicht in dem Taschentuchvergraben. Neben der Mutter des Opfers war auch der Vater desverstorbenen Mädchens aus Herne bei der Urteilsverkündung anwesend. Auch er nahm dem Angeklagten die Reue nicht ab. "Er tötete zwei Monate nachdem Vorfall meine Tochter. Was ist das für ein Bedauern?"
Weil von dem Mann keine Wiederholungsgefahr ausgehe, wurde dieStrafe zur Bewährung ausgesetzt. Der Mediziner hat seine Approbationabgegeben und die kassenärztliche Zulassung verloren. "Sie haben dentragischen Tod verschuldet", sagte die Richterin.

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