Düsseldorf: Tiga-Bande: Chef muss vier Jahre ins Gefängnis

Düsseldorf: Tiga-Bande: Chef muss vier Jahre ins Gefängnis

40 Motorräder, aber auch Autos und Bagger gestohlen und meist nach Polen verschoben.

Düsseldorf. Vier Jahre und zwei Monate muss der Chef der „Tiga-Bande“ ins Gefängnis. Der 28-jährige Kraftfahrer hat mit seinen elf Komplizen 40 hochwertige Motorräder, die meisten davon aus Tiefgaragen, gestohlen und weiterverkauft haben. Die meisten anderen Banden-Mitglieder kamen am Montag mit Bewährungsstrafen davon. Sie waren weitgehend geständig.

Die Gruppe ging fast immer nach dem gleichen Muster vor. Über das Internet wurde in Verkaufsplattformen nach teuren Motorrädern gesucht. Bevorzugt wurden die Marken BMW, Kawasaki, Honda und Yamaha. Dann vereinbarte man mit den Besitzern Besichtigungstermine macht. Tatsächlich wollten die Gauner aber nur herausfinden, wo die Maschinen stehen.

Vor drei Jahren hatten sich die Diebstähle von Motorrädern gehäuft. Nicht nur in Düsseldorf, auch in Köln, am Niederrhein und im Bergischen Land war die Bande aktiv. Ins Rollen kamen die Ermittlungen, als zwei Verdächtige mit einem gestohlenen Bike in eine Polizeikontrolle gerieten.

Die Gruppe war straff organisiert. Nach den Diebstählen wurden die Motorräder auf einem Parkplatz an der Autobahn-Ausfahrt Köln-Bocklemünd sofort übergeben. 1500 Euro pro Maschine sollen von Hintermännern gezahlt worden sein.

Der Kraftfahrer soll die Fäden gezogen haben. Er hatte in einem Fitnessstudio einen 36 Jahre alten Zahntechniker kennen gelernt, der als Hehler auftrat. Er soll die Kontakte nach Polen vermittelt und teilweise auch „Bestellungen“ angenommen haben. Dafür wurde er zu zwei Jahren und sechs Monaten ins Gefängnis verurteilt.

Keine Bewährung gab es auch für einen 26-jährigen Schlosser, der bei Diebstählen aus den Tiefgaragen als „Türöffner“ eingesetzt wurde. Er bekam eine Strafe von zwei Jahren und neun Monaten.