Tierschutzverein und Stadt kastrieren jetzt die Tauben in Düsseldorf

Tiere in der Stadt : Tierschutzverein und Stadt kastrieren jetzt die Tauben

Das Pilotprojekt startet am Hauptbahnhof, langfristig soll es auf die gesamte Stadt ausgeweitet werden.

Bis zu 10 000 Stadttauben gibt es nach Schätzung von Monika Piasetzky, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins, in Düsseldorf. Die Zahl soll in Zusammenarbeit mit der Stadt in den nächsten Jahren erheblich reduziert werden. Darum startet nun zunächst ein Pilotprojekt am Hauptbahnhof. Die männlichen Tiere sollen kastriert und anschließend wieder freigelassen werden. „Nach und nach wollen wir das auch in den anderen Stadtteilen machen“, kündigt die Tierschützerin an.

Im Hauptbahnhof hat der Verein schon zwei Taubenhäuser aufgestellt. Dort werden regelmäßig die Eier gegen Plastik-Ersatz umgetauscht. Trotzdem haben sich die  Vögel weiter vermehrt und werden von vielen als Plage empfunden. Nun sollen die männlichen Tauben  kastriert werden, um weiteren Nachwuchs zu verhindern.

Um Männchen und Weibchen zu erkennen, sollen die Tiere zunächst beobachtet werden. Dazu wird ein neues Taubenhaus gebaut. „Täuber sind die größten Machos und drängend sich beim Futtern immer vor“, weiß Monika Piasetzy. Sind die männlichen Tiere ausgemacht, werden sie eingefangen und kastriert. Die Tauben-Damen bleiben unbehelligt.

Die Kosten werden zwischen Tierschutzverein und Stadt geteilt. Beim Verein sind drei Tierärztinnen beschäftigt, die operieren, wenn es die Zeit gerade erlaubt. Kosten entstehen dann nur für die erforderlichen Geräte und das neue Taubenhaus. Nach der Kastration werden die Tiere freigelassen und kehren dann an ihren angestammten Platz zurück. Piasetzky: „So wird verhindert, dass andere Tauben ihren Platz einnehmen.“ Aussterben werden die Vögel in Düsseldorf trotzdem nicht. Dafür sorgen schon die Taubenzüchter, denn dort entweichen immer wieder Tiere, die sich in der Freiheit wohler fühlen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung