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Taxifahrer vergewaltigt weiblichen Fahrgast - drei Jahre Haft

Taxifahrer vergewaltigt weiblichen Fahrgast - drei Jahre Haft

Zwei Frauen hatten ihn angezeigt: Fast drei Jahre Haft.

Düsseldorf. „Normalerweise bekommen junge Frauen von Müttern den Rat: Nimm nicht die Rheinbahn, nimm ein Taxi, wenn du nachts heim fährst. In ihrem Fall hätten die Frauen lieber die Rheinbahn genommen“, erklärte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer vor dem Amtsgericht.

Innerhalb von neun Tagen war ein 46-jähriger Taxifahrer gleich zweimal angezeigt worden. Zunächst soll er sich vor einer 19-jährigen Auszubildenden während der Fahrt selbst befriedigt haben. Im zweiten Fall hatte er eine 49-Jährige sogar vergewaltigt. Der Vater von fünf Kindern hatte die Vorwürfe bis zuletzt abgestritten.

Um 3 Uhr morgens hatte die angehende Goldschmiedin sich von einer Geburtstagsparty an der Friedrich-Engels-Straße abholen lassen. Unmittelbar nachdem sich das Taxi in Bewegung setzte, habe der 46-Jährige angefangen, an seinem Geschlechtsteil zu manipulieren. „Er hat mich dabei im Rückspiegel angestarrt“, sagte die 19-Jährige unter Tränen aus. An der nächsten roten Ampel sei sie aus dem Wagen gesprungen und habe noch einen 20-Euro-Schein durch die Scheibe geworfen. Unmittelbar danach erstattete die junge Frau, die zur Tatzeit noch 17 Jahre alt war, Anzeige bei der Polizei.

Noch weiter ging der Taxifahrer im Fall einer 49-jährigen Logistikerin. Die hatte er gemeinsam mit ihrem Freund nachts in einem Düsseldorfer Restaurant aufgelesen. Am Fahrtziel angekommen, habe der Mann bemerkt, dass auf dem Weg die Geldbörse spurlos verschwunden war.

Da er schon erheblich angetrunken war, fuhr seine Freundin mit dem Taxi allein zu dem Lokal zurück. Der 46-Jährige soll aber einen anderen Weg genommen und in der Nähe einer Kleingartenanlage angehalten haben. „Da fragte er mich, wie viel ich bezahlen würde, wenn ich die Geldbörse zurück bekomme“, so die Zeugin. Plötzlich soll er die Frau dann zum Oralsex gezwungen haben.

Das Portmonee bekam sie von ihm anschließend zurück. Der Angeklagte behauptete, man sei gemeinsam zu dem Restaurant gefahren. Dort habe er die Geldbörse im Rinnstein gefunden. Zunächst habe sich die Frau gefreut, dann habe es plötzlich Streit um die blaue Jacke der Dame gegeben.

Das Gericht glaubte diese Geschichte nicht, ebensowenig wie die Unschuldsbeteuerungen des Taxifahrers, der bislang nicht vorbestraft war. Er wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.