1. NRW
  2. Düsseldorf

Taxifahren soll teurer werden

Taxifahren soll teurer werden

Die Genossenschaft will einen Aufschlag von zehn Cent je Kilometer, Rhein-Taxi hat einen eigenen Antrag gestellt.

Düsseldorf. Die Taxi-Genossenschaft wird im Rathaus eine Erhöhung der Tarife beantragen. Das hat eine Versammlung der beteiligten Unternehmer am Dienstagabend beschlossen. Zwei Anträge hatten zur Wahl gestanden, am Ende entschied sich eine Mehrheit für die moderate Variante: Demnach soll der Kilometerpreis (der nach dem Grundtarif von 5,50 Euro für die ersten 1,4 Kilometer zum Zuge kommt) von 1,80 auf 1,90 Euro erhöht werden. Zudem soll der Pauschaltarif für die Strecke vom Flughafen zur Messe von 15 auf 16 Euro erhöht werden.

Der Antrag wird mit der allgemeinen Teuerung begründet: „Die Preise für die Kfz-Versicherung sind unglaublich gestiegen“, erklärt Dennis Klusmeier, Chef der Genossenschaft, der rund 1170 Wagen angeschlossen sind. „Dazu kommt, dass die Kosten für Werkstattbesuche zum Teil um zehn Prozent gestiegen sind.“

Sollte die Politik dem Antrag folgen, katapultiert das Düsseldorf wieder an die Spitze der teuersten Taxistädte in Deutschland — laut eines Preisvergleichs, den der Kölner Stadt-Anzeiger jüngst angestellt hat. Eine sieben Kilometer lange Fahrt mit fünf Minuten Haltezeit (etwa an Ampeln) würde sich in Düsseldorf von aktuell 17,58 Euro auf mehr als 18 Euro verteuern (siehe Info-Kasten).

Klusmeier betont indes, dass der Aufschlag maßvoll ist: „Bei einer Sieben-Kilometer-Strecke ohne Wartezeit beträgt der Aufschlag 3,6 Prozent. Die letzte Tariferhöhung gab es 2011, insofern finde ich das nicht zu hoch.“

Anders als in den Vorjahren hat Konkurrent Rhein-Taxi (130 angeschlossene Wagen) in diesem Jahr einen eigenen Antrag im Rathaus eingereicht: Demnach soll der Grundtarif auf sechs Euro steigen (bei einer Verlängerung der Inklusivstrecke auf 1,5 Kilometer) und der Kilometerpreis auf 1,85 Euro. Und: Die Wartezeit soll sich von 30 auf 32 Euro verteuern — zudem will Chef Hans Becker eine Kreditkartengebühr (zwei Euro) und eine Gebühr für telefonische Bestellungen (50 Cent) einführen. Becker spricht von einer Steigerung von „um die vier Prozent“, was nach zwei Jahren auch nötig sei.

CDU-Experte Andreas Hartnigk hingegen behagen die Vorschläge für zusätzliche Gebühren nicht. Aber: „Dass eine Erhöhung kommen muss, ist klar.“ Die Vorschläge von Rhein-Taxi seien aber „etwas überzogen“. Er denkt laut darüber nach, die Tarife 2013 gar nicht zu erhöhen, sondern erst 2014, wenn die geplante Einführung des Fiskaltaxameters ansteht. Hartnigk sagt aber auch: „Grundsätzlich sollte man vielleicht dazu kommen, jährlich maßvoll zu erhöhen, statt alle paar Jahre kräftig.“ Eine Haltung, die Klusmeier begrüßt.

Unverändert hoch ist die Zahl der Taxi-Konzessionen: Die Stadt will sie seit Jahren reduzieren, doch tatsächlich sinkt ihre Zahl nur leicht: von 1339 (2006) auf 1313 (2011). Heißt: Zu viele Wagen teilen sich einen zu kleinen Kuchen. Zum Vergleich: In Essen wird diskutiert, dass die 560 Konzessionen dort noch zu viel seien.