Tanz ums soziale Miteinander

Tanz ums soziale Miteinander

Jugend-Theaterstück „Democratic Playground“ hat Premiere im FFT in Düsseldorf.

Düsseldorf. Im Forum Freies Theater (FFT) haben oft Jugendliche das Wort. Vor allem im Juta an der Kasernenstraße gestalten Teenager aktiv mit. So ist es auch beim neuesten Stück des Hauses: „Democratic Playground“. Die Tanztheaterproduktion von Stefanie Elbers, Oleg Zhukov (Regie/Choreografie) und Kornelius Heidebrecht (Musik) bildet den letzten Teil einer Trilogie nach „Mutanten“ und „Mehr Tote als durch Haiangriffe“.

Damals ging es um die Veränderung von Identität und Gesellschaft durch Digitalisierung und andere technische Errungenschaften. Jetzt steht demokratisches Handeln — oder allgemeiner formuliert: soziales Handeln - im Zentrum des Bühnengeschehens.

Der Anfang ist besser gemeint als gemacht: Das Publikum wird vor dem Eingang in den Zuschauerraum recht prosaisch von einer Mitarbeiterin des FFT darauf aufmerksam gemacht, dass es sich zunächst um die quadratische Bühne versammeln möge. Danach erst sollten die regulären Sitzplätze eingenommen werden. Nach erfolgter Aufstellung der Gäste um die Bühnenfläche stellt sich jeder der mitspielenden Jugendlichen vor, berichtet von seinen aktuellen Vorlieben und Marotten. Dabei werden die jungen Darsteller zu einer Mischung aus Kunstfigur und Privatperson. Wenn ein Mädchen mit portabler Musikanlage seinen Lieblings-Song vordudelt, wird es allerdings ein bisschen langweilig.

Etwas schleppend beginnt auch der zweite Teil, dem man sitzend und mit mehr räumlicher Distanz zur Bühne beiwohnt. Doch mit der Zeit gewinnt das Tanztheaterstück an Schwung und Spannung. Die barfüßigen Darsteller kommen zu meditativer Harfenmusik immer stärker in Interaktion. Neben Ausdruckstanz, in denen sich die Tänzer gegenseitig rumschubsen oder eine Gruppe jemanden, der sich blind fallen lässt, auffängt - oder fallen läst, kommen auch Sprechszenen und Lieder hinzu. In einer Szene tritt etwa ein Moderator auf, der eine der getanzten Situationen kommentiert wie im Sport-Fernsehen. Da kommt Lebendigkeit in die Sache.

Der Schluss ist romantisch mit viel Musik, nun tritt auch noch der Luxus eines Bühnenbildes hinzu. Besonders schön: ein Mädchen spielt Horn in einem aus Ästen zusammen getragenen Zelt-Gerüst. Gesteigert wird die Szene durch eine Filmprojektion, bei der die Hornistin plötzlich inmitten einer idyllischen Wald-Lichtung steht und musiziert. Nach dem etwas müden Anfang kamen diese Steigerungen ziemlich überraschend. Letzte Vorstellung: Sonntag, 3. Juni, im Juta an der Kasernenstraße 6.

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